19. Juli 2010 10:21

Aids-Forscher 

In 2 Jahren kann es HIV-Impfung geben

Forscher entdeckten Antikörper, die 90 Prozent der HI-Viren ausschalten.

In 2 Jahren kann es HIV-Impfung geben
© Getty Images

Washington. Die Jubelmeldung Anfang Juli platzte mitten in die letzten Vorbereitungen zur Aids-Konferenz: US-Forscher haben zwei menschliche Antikörper entdeckt, die im Labor mehr als 90 Prozent aller bekannten HIV-Stämme stoppen können. Anthony Fauci, Pionier und einer der bekanntesten Aids-Forscher der Welt: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bald einen Impfstoff haben werden.“ Es zeichne sich viel klarer ab, in welche Richtung die Wissenschaft jetzt gehen müsse.

Positive Tests
Zweite Erkenntnis, auf die Fauci und die Impf-Befürworter ihren Optimismus stützen: Klinische Tests an 16.000 Menschen in Thailand waren begrenzt erfolgreich und zeigen, dass ein Impfstoff in Zukunft möglich sei. Gibt es bald die Impfung gegen Aids?

Der neue Stand der Forschung könnte bereits heute um 16 Uhr bei der Eröffnung der HIV-Konferenz in Wien präsentiert werden. Brigitte Schmied, Präsidentin der Aids-Gesellschaft, zu ÖSTERREICH: „Die Resultate der letzten Monate stimmen zuversichtlich. Meine Einschätzung ist, dass ein Impfstoff nicht vor zwei Jahren kommt.“

Dr. Brigitte Schmied: "Wichtige Fortschritte bei der HIV-Impfung"

ÖSTERREICH: Welche Bedeutung hat die Konferenz?
Brigitte Schmied: Es ist die größte Konferenz zum Thema HIV und hat eine große wissenschaftliche und politische Bedeutung. 25.000 Experten aus 185 Ländern tauschen sich eine Woche lang aus.

ÖSTERREICH: Warum findet AIDS 2010 in Wien statt?
Schmied: Das zentrale Thema der Konferenz ist die Problematik in Osteuropa und Zentralasien – jener Region mit dem größten Anstieg der Infektionsrate. Wien als Kreuzungspunkt zwischen Ost und West ist der ideale Konferenzort – auch wegen der Infrastruktur wie Hotels...

ÖSTERREICH: Kann die Konferenz etwas bewirken?
Schmied:
Selbstverständlich. Die Konferenz 1996 in Vancouver hat zum Beispiel die Meinung hinsichtlich der Kombinationstherapie völlig geändert. Durch Druck kam es rasch zur Zulassung. Durch Wien hoffen wir auf Impulse und Verbesserungen für Osteuropa.

ÖSTERREICH: Wie wichtig ist die Konferenz für die österreichische Aids-Hilfe?
Schmied:
Es ist wichtig für die Forschung und für HIV-infizierte Menschen, weil das Thema angesprochen wird. Und auch für jene, die ein Risikoverhalten an den Tag legen.

ÖSTERREICH: Wann kommt die Impfung gegen HIV?
Schmied:
Es gibt wichtige Fortschritte. Der Impfstoff kommt aber in frühestens zwei Jahren.


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