24. September 2009 08:29

Durchbruch 

Impfung soll vor HIV-Infektion schützen

Wissenschaftler melden reduziertes Infektionsrisiko um 31,2 Prozent.

Impfung soll vor HIV-Infektion schützen
© dpa

Bei einem Massentest in Thailand haben Forscher einen experimentellen Impfstoff erfolgreich getestet, der das Risiko einer HIV-Infektion erstmals deutlich senkt. Wie Vertreter des thailändischen Gesundheitsministeriums und der US-Streitkräfte, die den Test finanziell förderten, am Donnerstag in Bangkok bekanntgaben, sinkt das Risiko einer Ansteckung mit dem Aids-Erreger um 31 Prozent. An der bisher größten derartigen Studie weltweit beteiligten sich über 16.000 Freiwillige.

Präventiver Impfstoff
Nach zahlreicher Fehlschlägen in jüngster Zeit hatten schon viele Forscher befürchtet, dass es niemals möglich sein wird, einen Impfstoff gegen eine HIV-Infektion zu entwickeln. Auch wenn nach dem Massentest in Thailand zunächst nur von einem Teilerfolg gesprochen werden kann, "ist es der erste Beweis, dass wir einen sicheren und wirksamen präventiven Impfstoff haben können", erklärte US-Oberst Jerome Kim, der maßgeblich an der Studie mitarbeitete.

Vorsichtiger Optimismus
Dr. Anthony Fauci vom Nationalen Institut für Allergie und Infektionskrankheiten (NIAID) der USA, das ebenfalls die Studie gefördert hat, warnte mit Blick auf einen möglichen Impfstoff, "das Ende des Weges" sei noch nicht erreicht. Er sei aber überrascht und sehr angetan von den Ergebnissen. Es gebe Anlass zu vorsichtigem Optimismus, dass man das Resultat noch verbessern und einen effektiveren Impfstoff entwickeln könne.

Auch wenn der Erfolg des Impfstoffs zunächst nur marginal sein sollte, könnte er große Auswirkungen haben. Jeden Tag infizieren sich nach Angaben der Vereinten Nationen weltweit 7.500 Menschen mit dem Virus. Im Jahr 2007 starben zwei Millionen Menschen an Aids.

"Das ist heute ein historischer Meilenstein", erklärte Mitchell Warren von der internationalen Aids-Impfungsforschungsgruppe Aids Vaccine Advocacy Group. "Es wird zwar Zeit und Ressourcen kosten, die Daten vollständig zu analysieren und zu verstehen. Man kann kaum bezweifeln, dass dieses Ergebnis das Thema Aids-Impfung mit neuem Schwung erfüllt und in neue Bahnen lenkt."

Die Studie wurde unter Federführung des thailändischen Gesundheitsministeriums durchgeführt. Benutzt wurde ein HIV-Stamm, wie er in dem südostasiatischen Land verbreitet ist. Ob ein derartiger Impfstoff auch gegen Virenstämme wirksam sein wird, die in den USA, Europa, Afrika und anderswo verbreitet sind, ist noch nicht klar, wie Wissenschafter betonen.


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