06. Februar 2009 08:34

Studie zeigt 

Akupunktur wirkt wie Medikamente

Akupunktur hilft gegen Spannungskopfschmerz und Migräne. Grund für die Wirkung aber völlig unklar - Forscher nimmt Placebo-Effekt an.

Akupunktur wirkt wie Medikamente
© sxc
Akupunktur wirkt wie Medikamente
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Akupunktur lindert Kopfschmerzen recht zuverlässig. Sowohl Spannungskopfschmerzen als auch Migräne lassen sich mit der Nadelbehandlung bessern, wie eine Auswertung von insgesamt 33 Studien zeigt. In welche Punkte der Haut dabei gestochen wird, spielt demnach keine große Rolle.

Zwei große Studien
In Deutschland attestierten vor wenigen Jahren zwei große Studien der Akupunktur eine Wirkung gegen Schmerzen im Rücken und Knie, so dass die gesetzlichen Krankenkassen bei diesen Beschwerden die Behandlung bezahlen. Obwohl sich das aus China stammende Verfahren damals auch gegen Kopfschmerzen als nützlich erwies, wurde die Therapie für diese Indikation nicht in den Leistungskatalog aufgenommen.

Akupunktur besser als Medikamente?
Nun untersuchte Klaus Linde von der Technischen Universität München die Datenlage anhand von 33 Studien mit insgesamt mehr als 6.700 Teilnehmern. Über den Lauf von acht Wochen linderten die Nadeln Kopfschmerzen besser als Schmerzmittel. Auch gegen Migräne half Akupunktur besser als Medikamente. Damit biete sich das Verfahren etwa für jene Patienten an, die aus Sorge vor Nebenwirkungen Arzneimittel scheuen, schreibt Linde in der "Cochrane Database of Systemativ Reviews".

Placebo-Effekt?
Unklar ist dagegen der Grund für die Wirkung: Auch in den von Linde geprüften Studien spielte es kaum eine Rolle, ob die Nadeln die Haut an den traditionell überlieferten Punkten durchbohrten oder jenseits davon. Linde glaubt, dass die Heilkraft auf einem ausgeprägten Placebo-Effekt beruht, aber auch auf einer unbestimmten Wirkung des Nadelns.

Foto: (c) Getty Images


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