06. März 2008 08:19

Mediziner warnen 

Allergiker wissen oft nicht, dass sie krank sind

Oft vergehen Jahre bis zur ersten Diagnose. Mehr Information für Betroffene gefordert. Plus: Die besten Tipps gegen Heuschnupfen.

Allergiker wissen oft nicht, dass sie krank sind
© sxc

Jedes Jahr, wenn die Pollensaison beginnt, jucken Augen und rinnen Nasen. 25 Prozent der Österreicher haben eine Allergie. Doch nur 50 Prozent sind in Behandlung. Die meisten wissen nichts von ihrer Krankheit. Es dauert oft sechs bis neun Jahre, bis eine Diagnose erstellt ist. Dagegen wollen Mediziner nun ankämpfen, sie wollen mehr Information für die Betroffenen.

Zwischendurch gesund
"Das Problem ist, dass der Allergiker im Intervall pumperlg'sund ist", meinte der Wiener Allergiespezialist Reinhart Jarisch bei einer Pressekonferenz in Wien. Wenn die Pollen fliegen geht es ihm schlecht, die restlichen elf Monate wieder gut. "Und das schlechte vergisst man ganz schnell wieder", so Jarisch. Schon beim kleinsten Verdacht, sollte man sofort zum Arzt. Denn Allergien sind nicht etwas harmloses, lästiges, sondern eine Krankheit, warnte Otto Spranger, Sprecher der Österreichischen Lungenunion.

Nur die Hälfte diagnostiziert
Nur die Hälfte von den in Österreichern lebenden Allergikern sind diagnostiziert. Von diesen haben sich nur etwa 50 Prozent einem Test unterzogen. Ohne kompetenten Test gibt es keine exakte Diagnose und ohne Diagnose keine gezielte Therapie. Ohne Behandlung droht eine Verschlimmerung der Krankheit, einer von drei Betroffenen kann Asthma entwickeln, warnte Spranger.

Lebensstil
Jarisch sieht jedoch nicht die schlechte Luft für das häufige Auftreten von Allergien verantwortlich, sondern der westliche Lebensstil, genauer gesagt eines seiner primären Symptome, den Stress. "Das durch Stress freigesetzte Histamin ist mit ziemlicher Sicherheit als Auslöser zu sehen", glaubt der Mediziner.

Kinder und Jugendliche
Die Betroffenen werden auch immer jünger: "Die Hauptgruppe sind Kinder und Jugendliche, insbesondere durch den Kontakt mit Inhalationssubstanzen wie Schimmelpilzen, Pollen sowie Tierschuppen oder -haaren", erklärte Manfred Götz, stellvertretender Leiter des Floridsdorfer Allergiezentrums. "Für Allergietests gibt es keine Altersgrenzen", meinte Götz. Trat früher etwa Heuschnupfen bei Kindern erst ab fünf bis sechs Jahren auf, so beobachtet man ihn heute bereits bei Zweijährigen.


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