27. September 2007 10:06

Nebenwirkungen 

Anti-Aging-Präparate gegen Alterung nutzlos

VKI rät von Einnahme ab. Wirkung nicht wissenschaftlich belegt. Mittel können zu Nebenwirkungen führen.

Anti-Aging-Präparate gegen Alterung nutzlos
© sxc

So wie der Jungbrunnen bisher nur in Erzählungen existiert, lässt sich auch das Altern nicht durch die oft hoch gepriesenen Anti-Aging-Präparate aufhalten. Das hat ein aktueller Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) ergeben. Bei den in Drogerien und Apotheken angebotenen Produkten handle es sich meistens um Nahrungsergänzungsmittel. Auch wenn die Wirkstoffe niedrig dosiert sind, können Nebenwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme mit Medikamenten nicht ausgeschlossen werden, warnt das VKI in der Oktober-Ausgabe des Magazins "Konsument".

Sieben Produkte im Prüfstand
Im Prüfstand befanden sich sieben Produkte aus Apotheke und Drogerien, die mit dem Aufdruck "Anti-Aging" versehen waren, sowie zwei weitere nicht explizit gekennzeichnete Mittel. Die aus Nahrungsergänzungsmitteln bestehende Präparate lindern oder heilen keine Krankheiten, bestätigt das VKI. Die Anti-Aging-Wirkung der Substanzen ist zum Teil keineswegs wissenschaftlich bewiesen oder kann diese Wirkung nur entfalten, wenn die Produkte als Bestandteil eines gewachsenen Nahrungsmittels aufgenommen werden. Der beste Weg, um jung zu bleiben, führe daher noch immer über gesunde Ernährung und viel Bewegung, ist man beim VKI überzeugt.

Nur in Absprache mit Arzt
Ein Produkt zum Beispiel beinhaltet Austern in Pulverform - im frischen Zustand reich an Proteinen und Mikronährstoffen. Für eine positive Wirkung ist die vorhandene Menge aber hier viel zu gering. Das oft in den Präparaten verwendete Coenzym Q10 wird laut VKI vom Körper selbst produziert und kommt in allen Lebensmitteln vor, einem Mangel muss daher nicht vorgebeugt werden. Auch wenn eine Vitamin E-reiche Kost gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen hilft, kann nach neueren Erkenntnissen davon ausgegangen werden, dass Präparate mit Vitamin-E-Supplementen problematisch sind, wird im Testergebnis erklärt. Und Omega-3-Fettsäure-Kapseln sollten zum Beispiel nur nach Absprache mit dem Hausarzt eingenommen werden.

Hände weg von Internet-Angeboten
Die sehr beliebten Kapseln aus einer Mischung von Multivitamin-, Mineralstoff oder Spurenelementen werden vom VKI ebenfalls kontrovers betrachtet. Die Dosierung der einzelnen Bestandteile entspreche selten dem individuellen Bedarf. Liegen tatsächlich Mangelerscheinungen vor, sollte eine Behebung nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Vorsicht sollte man auch bei dem Bezug von Nahrungsergänzungsmitteln im Internet walten lassen. "Hände weg", heißt es von Produkten, die als Allheilmittel gegen eine Vielzahl verschiedenster Gebrechen angepriesen werden. Und keinesfalls sollte man sich von begeisterten Berichten angeblicher Anwender locken lassen, so der VKI. Ohne kontrollierte klinische Studien seien derartige "Erfahrungsberichte" wertlos.


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Facebook Kommentare
FAQ