29. Jänner 2009 11:01

Österreich 

Aufholbedarf bei Krebs-Früherkennung

Österreich bei Krebs-Früherkennung unter europäischen Schlusslichtern. Am 4. Februar ist Weltkrebstag.

Aufholbedarf bei Krebs-Früherkennung
© getty

Die medizinische Behandlung von Krebspatienten in Österreich liegt deutlich über dem EU-Schnitt. Aufholbedarf besteht jedoch bei den Früherkennungs-Untersuchungen ("Screening"). Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar, appelliert die Österreichische Krebshilfe an die Verantwortlichen in der Gesundheitspolitik, diesen Missstand zu beseitigen.

Brustkrebs-Screening
Obwohl von der EU für 2008 ein organisiertes Brustkrebs-Screening gefordert wurde, gebe es bis dato in Österreich nur Modellprojekte. Auch für die häufigsten Krebsarten Gebärmutterhals- und Darmkrebs sind noch keine flächendeckende Screening-Programme vorhanden.

Schlusslichter
Eine Studie des Stockholmer "Karolinska-Institut" bestätigt, dass Österreich bei Krebstherapien europaweit im Spitzenfeld liegt, so die Krebshilfe. Ein weniger erfreuliches Bild zeigt hingegen der Vergleich der Krebs-Früherkennungsuntersuchungen in Europa. Nach einem aktuellen Bericht der Europäischen Kommission werden EU-weit noch immer zu wenig Menschen zur Krebsfrüherkennung geladen. Auch Österreich reiht sich hier unter die Schlusslichter.

Heilungsraten
Die Österreichische Krebshilfe fordert organisierte Screenings, dadurch können vor allem die Heilungsraten dieser häufig auftretenden Krebsarten deutlich gesteigert werden. Außerdem sollten seitens der Politik alle Vorkehrungen getroffen werden, Sparmaßnahmen nicht auf Kosten von Krebspatienten vorzunehmen.

"Dank unseren Vorsorge-Kampagnen zu Darm-, Prostata- und Brustkrebs haben wir einen Anstieg an Früherkennung erreicht," erklärte Doris Kiefhaber, Geschäftsführerin der Krebshilfe. Mit der "Pink Ribbon"-Kampagne konnte die Anzahl der Mammografien in den vergangenen fünf Jahren um rund 25 Prozent gesteigert werden. Auch bei Darmkrebs wurde durch die Initiative für eine "sanfte" Koloskopie die Anzahl dieser Untersuchungen deutlich erhöht. "Trotzdem sind wir der Meinung, dass dieses Vorsorgebewusstsein nicht ausschließlich von der Krebshilfe kommuniziert werden sollte. Denn es ist vor allem Aufgabe der Gesundheitspolitik, Früherkennungsuntersuchungen zu verankern", so Kiefhaber.

Foto: (c) Getty Images


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