11. Mai 2010 09:51

Kinder-Narben 

Besser vorbeugen als reparieren

Moderne Silikonpräparate unterstützen eine unauffällige Wundheilung.

Besser vorbeugen als reparieren
© sxc

Sichtbare Narben nach Unfällen oder Operationen: Das kann unseren Kindern oft ein Leben lang zu schaffen machen. Moderne Silikonpräparate unterstützen eine unauffällige Wundheilung und sorgen für eine schöne, glatte Haut.

Fahrrad-Unfall und Co.
Das Missgeschick ist oft rasch passiert: Ein Fahrrad-Unfall, der umgekippte Topf mit kochendem Wasser. Aber auch die Blinddarm- oder Leistenbruch-Operation können auf der Haut unschöne Andenken hinterlassen – die ein Leben lang bleiben. Das muss nicht sein. „Sind überschießende Narben, erst einmal entstanden, sind sie schwer zu beseitigen. Da ist es viel besser, als von vornherein gegen sie vorzubeugen“, gibt Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Primarius der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Landeskrankenhaus St. Pölten, zu bedenken. „Dafür haben wir erwiesenermaßen sehr wirksame Mittel: Silikonpräparate, die die Neubildung der Haut an der Unfall- oder Operationsstelle von Beginn an in die richtigen Bahnen lenken.“

Wenn der Körper eine Wunde verschließen muss, ist er damit viele Monate lang beschäftigt.

Schöne Haut
Voraussetzung für eine schöne Haut ist die richtige und rechtzeitige Anwendung der Silikonpräparate. „Für kleinere Wunden gibt es ein Gel, das gänzlich unauffällig und nach einigen Minuten überschminkbar ist. Für größere Wunden, aber auch für kleine Kinder, die während der Trocknungszeit des Gels nur schwer zum Stillhalten zu bewegen sind, ist eben ein neuartiges Silikon-Pflaster auf den Markt gekommen“, unterscheidet Kinderarzt Prof. Zwiauer. Beide Produkte sind unter dem Namen Dermatix® in allen Apotheken erhältlich. „Bei großflächigen Verletzungen wie z.B. Verbrennungen ist jedenfalls ein Kompressionsverband nötig, der jedoch auch über eine unterstützende Silikongelschicht gelegt werden kann.“

Die Silikontherapie sollte möglichst früh starten und drei Monate durchgehalten werden, um den Erfolg zu sichern. „Wenn Eltern zulange zuwarten, vergeben sie eine kostbare Chance“, warnt Prof. Zwiauer. „Bereits entstandene aufragende Narben können mit Silikon zwar ebenfalls gebessert, in der Regel aber nur eine kosmetische Operation gänzlich beseitigt. Und natürlich bedeutet jeder Eingriff auch ein erneutes Risiko.“

Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde im Landeskrankenhaus St. Pölten


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