14. Juni 2010 08:25

Blutspende 

Großer Mangel an sicheren Blutkonserven

Weltblutspendertag: Pro Jahr könnten allein 150.000 Frauen gerettet werden.

Großer Mangel an sicheren Blutkonserven
© APA/Gindl

Riesige Defizite: Am heutigen Weltblutspendertag (14. Juni) weisen Hilfsorganisationen auf Probleme bei der Versorgung mit Blutkonserven hin. 82 Prozent aller Menschen haben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) keinen Zugang zu sicheren Spenden. Mit genug Blutersatz könnten allein 150.000 Frauen jährlich gerettet werden, die bei Schwangerschaftsproblemen oder Geburten sterben. Weltweit werden pro Jahr etwa 75 Millionen Spenden benötigt. Der seit 2004 begangene Tag erinnert an den am 14. Juni 1868 geborenen und aus Österreich stammenden Blutgruppen-Entdecker Karl Landsteiner.

Aufruf zum Blutspenden
Die hygienische Situation rund um Blutspenden ist in Österreich kein Problem. Doch es mangelt regelmäßig an Bluspendern. Etwa 3,7 Prozent der Österreicher spenden Blut. Dieser Anteil ist zwar in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben. Zu Engpässen kommt es immer wieder im Winter während der Grippezeit und in den Sommermonaten wegen der Urlaubssaison. Auch für die Zeit der Fußball-WM befürchtet man beim Roten Kreuz mit der größten Blutspendezentrale in Wien, dass die Menschen einfach auf diesen Dienst an der Allgemeinheit vergessen. Vergangenes Jahr wurden vom RK in Österreich 456.000 Blutkonserven ausgeliefert. Sie stammten aus 301.000 Blutspenden.

Österreich hat höchsten Anteil
Österreich hat den höchsten Anteil an Blutspendern unter allen 27 EU-Staaten. Nach einer von der EU-Kommission in Brüssel veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage liegt Österreich mit 66 Prozent an der Spitze vor Frankreich (52), Griechenland und Zypern (je 51). Schlusslicht ist Portugal mit 22 Prozent. Der EU-Durchschnitt liegt bei 37 Prozent.

Hinter den ersten vier Ländern folgen bei der Blutspendewilligkeit Lettland und Slowenien (je 48 Prozent), Estland und Litauen (je 46), Finnland (45), Ungarn (44), Bulgarien (43), Spanien und Deutschland (je 41), Irland (38), Dänemark und Großbritannien (je 37), Belgien (36), Luxemburg (35), Slowakei (34), Niederlande und Rumänien (je 32), Tschechien und Schweden (je 30), Malta (29), Polen (25), Italien (23) und Portugal (22).


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