22. Oktober 2007 08:34

Überforderung 

Burn-Out-Syndrom ist ansteckend

Das Burn-Out-Syndrom kann ganze Abteilungen und Unternehmen erfassen. Dir Ursache ist der wachsende Druck.

Burn-Out-Syndrom ist ansteckend
© Inge Prader

Das Burn-Out-Syndrom als Folge von Stress und Überforderung ist sozial ansteckend und kann ganze Abteilungen und Unternehmen erfassen. Er stelle immer häufiger ein kollektives Burn-Out-Syndrom in Betrieben fest, sagte der Kölner Psychologe Jörg Fengler dem deutschen Nachrichtenmagazin "Focus". Als eine Ursache sieht der Experte den erhöhten Druck durch Rationalisierungsmaßnahmen.

Negative Grundstimmung
Allerdings gebe es auch eine Neigung von Beschäftigten, in übertriebenem Maße zu jammern. Durch den Konformitätsdruck unter Kollegen entwickle sich dann eine negative Grundstimmung. Die Folgen sind laut Fengler weitreichend: Es komme zu Feindseligkeiten und Mobbing in der Gruppe, Leistung und Selbstbewusstsein ließen nach. Einzige Freude der Mitarbeiter sei dann noch, sich sarkastisch über weitere Rückschläge zu freuen, sagte der Psychologe.

Schwere Depressionen
Schätzungen zufolge ist von Krankenschwestern und -pflegern ist bereits jeder zweite von Burn-Out betroffen und bei Lehrern jeder dritte. Neben einem tiefen Gefühl der Erschöpfung leiden die Patienten häufig unter Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Bluthochdruck, Schwindel oder Muskel- und Rückenschmerzen, aber auch unter erheblichen Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Burn-Out erleiden nach Expertenangaben bevorzugt Menschen, die zum Perfektionismus neigen und sich übermäßig engagieren. Das Syndrom kann in eine schwere Depression münden und sogar zum Suizid führen.


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