15. September 2009 07:28

Gefährlich 

Chemikalien in Babyschnullern

Global 2000: In 10 von 13 Babyprodukten wurden schädliche Substanzen entdeckt.

Chemikalien in Babyschnullern
© sxc

Vor hormonell wirksamen Inhaltsstoffen in Babyprodukten warnte die Umweltorganisation Global 2000. Von den 13 untersuchten Schnullern, Babyflaschen und Spielzeugen seien in nur drei keine nennenswerten Mengen dieser Chemikalien enthalten. "Am schockierendsten ist, dass wir die hormonell wirksame Chemikalie Bisphenol A im Saugteil von Babyschnullern nachweisen konnten", so Helmut Burtscher, Chemiker bei der Umweltschutzorganisation.

Schäden bei Gehirnentwicklung
Bisphenol A kann wie andere hormonell wirksame Stoffe zu einer Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit führen, sagte Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien, da es ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen wirkt. Außerdem werden Schäden bei der Gehirnentwicklung und ein gesteigertes Brustkrebsrisiko bei Frauen mit der Chemikalie in Verbindung gebracht, so Global 2000. Da man mit diesem Stoff in Schnullern absolut nicht gerechnet habe, wurden nur Mischproben untersucht. Welche Produkte konkret belastet seien, könne man deshalb noch nicht sagen.

Neue Untersuchungen gefordert
"Es gibt hier dringenden Handlungsbedarf", nahm Burtscher die österreichische Politik in die Verantwortung. Er forderte Untersuchungen von Babyschnullern durch die Österreichische Agentur für Gesundheits- und Ernährungssicherheit (AGES) und die Veröffentlichung der Ergebnisse. Eine umfassende Untersuchung aller Babyfläschchen sei geplant, versicherte der bei der Pressekonferenz ebenfalls anwesende Dietmar Österreicher vom Gesundheitsministerium. "Es muss auch nachgeschaut werden, was auf dem Sektor Schnuller vor sich geht", sagte Österreicher. Für Bisphenol A in Babyfläschchen gibt es in Österreich einen gesetzlichen Grenzwert. Für Schnuller existiert ein solcher Grenzwert nicht.

Weiters wurde in einer Probe ein in Kinderspielzeug EU-weit verbotener Weichmacher gefunden. In diesem und vier weiteren Produkten wurden zudem große Mengen des ebenfalls hormonell wirksamen Stoffes Nonylphenol nachgewiesen.


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