15. September 2008 08:53

China-Medizin 

Trend-Therapie aus Fernost

Die China-Medizin erobert die Wellness-Branche: So nutzen Sie die Methoden für Ihre Gesundheit!

Trend-Therapie aus Fernost
© Achim Biniek
Trend-Therapie aus Fernost
© Achim Biniek

Die Bewegungen funktionieren lautlos und perfekt: Shi Miaojiao, Absolventin des Yongtai Klosters in Henan, und Shi Deqiang, Shaolin-Mönch aus China, machen gerade ihre täglichen Qi-Gong-Übungen. Nicht in Asien, sondern im burgenländischen Stegersbach.

Wellness-TCM
Die Traditionelle Chinesische Medizin hat nämlich längst ihren Weg in die Wellness-Branche gefunden: Tuina-Massagen, Akupressur-Behandlungen oder „Ernährung nach den Fünf Elementen“ gehören zum Angebot vieler moderner Spas. Einen besonderen Schwerpunkt in diese Richtung setzt das Thermenhotel „Larimar“ in Stegersbach: Von 26. September bis 2. November gibt es dort spezielle TCM-Wellnesspakete zu buchen. Diese beinhalten zum Beispiel ärztliche TCM-Diagnosen, Akupunktur-Behandlungen, Schröpfen oder das Erlernen der Entspannungstechniken Qi Gong und Tai Chi.

Für die erstklassige Qualität der TCM-Leistungen bürgen Shaolin-Mönch Shi Deqiang, Meisterin Shi Miaojiao Yongtai aus Henan) sowie die Ärztin Mei Li, die normalerweise die einzige Abteilung für TCM in Österreich an der Klinik Klosterneuburg (NÖ) leitet.

Acht Schätze
Grund genug für MADONNA, den China-Experten im Hotel Larimar einen Besuch abzustatten: Kloster-Absolventin Shi Miaojiao präsentiert Ihnen eine Qi-Gong-Übungsreihe, die sich „Die acht Brokate“ nennt. Der Name der Übungen („Brokat“ ist ein kostbarer Seidenstoff) bringt zum Ausdruck, für wie wertvoll die Übungen erachtet werden: Sie werden in China seit Jahrhunderten zur Verjüngung, gegen Stress und zur Gesundheitsvorsorge praktiziert. Sie können die Übungen ganz leicht zu Hause nachmachen: „Am besten, Sie praktizieren die acht Brokate jeden Tag. Ob morgens oder abends spielt keine Rolle. Nur mit vollem Bauch sollten Sie nicht trainieren“ , erklärt Qi Gong-Meisterin Shi Miaojiao.

Was aber genau bewirken die „Acht Brokate“? „Die Chinesische Medizin geht davon aus, dass die Lebensenergie, genannt Qi, immer fließen muss. Gerät der Energiefluss ins Stocken, wird der Mensch krank. Die acht Brokate sorgen dafür, dass schädliche Energieblockaden gelöst werden und Qi wieder frei fließt“, erklärt die Chinesin. Sie meint: „Ganz wichtig ist es, bei den Übungen die Zunge am Gaumen zu halten und immer durch die Nase ein- und auszuatmen.“

TCM-Diagnostik
Mit welchen Methoden die Chinesische Medizin noch arbeitet, verrät TCM-Ärztin Mei Li, die während der Larimar-TCM-Wochen immer von Freitag bis Sonntag in Stegersbach ordiniert: „Chinesische Diagnostik unterscheidet sich grundlegend von jener der Schulmedizin. Die Diagnose beginnt schon in dem Moment, wo der Patient zu mir hereinkommt. Ich beobachte seine Haltung, seine Gesichtsfarbe und die Nägel. Dann erst folgen Zungen- und Pulsdiagnose“, erklärt die Ärztin. In Stegersbach wird sie am häufigsten wegen Stress-Beschwerden konsultiert: „Die Menschen wollen nicht gleich ihr ganzes Leben verändern. Ich rate ihnen bei Stress immer, sich wenigstens ein paar Minuten am Tag Zeit zu nehmen, in Ruhe zu sitzen und dabei tief ein- und auszuatmen. Oder Qi Gong zu machen.“ Außerdem meint Mei Li, dass ein spätes Abendessen kontraproduktiv sei: „Das ist ein Kardinalfehler bei Stress: Ein schweres, spätes Essen belastet den Körper noch mehr. Ich empfehle, etwas leicht Verdauliches zu essen. Zum Beispiel Reissuppe mit Gemüse.“ Bei Mei Li scheint es zu wirken: Die Ärztin wirkt trotz Dauereinsatzes sehr entspannt.


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