10. September 2008 09:21

Migräne 

Das Gewitter im Kopf

Jeder zweite Österreicher leidet regelmäßig unter Kopfschmerzen. 800.000 haben wiederholt Migräne-Attacken.

Das Gewitter im Kopf
© getty
Das Gewitter im Kopf
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Mit einem europaweiten Aktionstag will die European Headache Alliance am 12. September auf ein gesundheitliches Problem hinweisen, das meist bagatellisiert wird: Kopfschmerz und Migräne. Dabei leidet jeder Zweite zeitweilig oder ständig unter Kopfschmerzen: Ärzte unterscheiden 130 bis 160 verschiedene Formen. Bei rund 800.000 Österreichern handelt es sich bei den Schmerzattacken um Migräne, die allerdings oft zu spät erkannt oder falsch behandelt wird.

Initiative
Die EHA möchte darauf hinweisen, dass Migräne als schwerwiegende Erkrankung anzusehen ist. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO fehlen wegen Migräne weltweit jeden Tag etwa 600.000 Menschen am Arbeitsplatz oder in der Schule. Die Fehlzeiten und der Verlust an Produktivität verursachen demnach Kosten von 27 Milliarden Euro jährlich.

Migräne oder Kopfweh?
Im Unterschied zum (alltäglichen) Spannungskopfschmerz ist Migräne eine Erkrankung, die den gesamten Körper in Mitleidenschaft zieht und bis zu drei Tage andauert. Die Attacken treten meist einseitig auf und sind häufig von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet. 15 Prozent der Patienten haben Seh- oder Sprachstörungen. Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft ist die Ursache für Migräne eine Entzündung im Hirnstamm. Der Schmerz entsteht durch Erweiterung der Blutgefäße.

Check
Ob es sich um „banales“ Kopfweh oder doch Migräne handelt, ist oft schwierig zu erkennen. Daher raten Ärzte, ein Schmerz-Tagebuch zu führen und bei regelmäßigen Attacken einen Neurologen aufzusuchen. „Migräne und Kopfschmerz sprechen auf unterschiedliche Medikamente an“, erklärt Ulf Baumhackl, Präsident der österreichischen Kopfschmerzgesellschaft. Rezeptfreie Schmerzmittel wie Aspirin helfen gegen Spannungskopfschmerz – und können durch ihre entzündungshemmende Wirkung bei manchen Betroffenen auch Migräne lindern.

Für die gezielte Therapie von Migräneattacken stehen aber auch sogenannte Triptane zur Verfügung – sie wirken aber nicht bei normalen Kopfschmerzen. Wer auch auf Triptane nicht anspricht, kann sich vom Facharzt auch Ergotamin verordnen lassen.

Stress
Die Liste der Auslöser für Kopfschmerz und Migräne reicht von Schlafmangel und Allergie bis zu Bildschirmarbeit. Als einer der Hauptursachen für das Gewitter im Kopf gilt aber Stress. Davon sind in der EU auch immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen. Experten der europäischen Kopfschmerzgesellschaft raten, Schulstress und psychische Auslösefaktoren so weit wie möglich zu reduzieren.

Damit Ihr Kopf nicht brummt
Stress gilt als einer der wichtigsten Auslöser für Migräne und Kopfschmerz. Darunter leidet auch die Konzentrationsfähigkeit in Job und Schule. Wer sich ausgebrannt fühlt, sollte früh gegensteuern:

Sport
Unser Hirn ist ununterbrochen aktiv und verbraucht 20 Prozent des gesamten Sauerstoffbedarfs. Körperliche Aktivität baut Stresshormone ab und fördert laut Wissenschaft auch das Gedächtnis.

Hilfsmittel
Natürliche Produkte helfen uns, den reizüberfluteten Alltag besser zu überstehen: Ginseng stärkt die Nerven und verbessert die geistige Leistungsfähigkeit. Als besondere Antistress-Pflanze gilt der Wilde Grünhafer. Er fördert sowohl die geistige Leistungsfähigkeit als auch die Stressresistenz. Diese Heilpflanze scheint bei Burn-out sowie bei starker Leistungsanforderung die ideale Therapie zu sein.

Bild: (c) Getty


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