30. März 2010 10:50

Haustierhaltung 

Das Problem mit den „Rasselisten"

Wiener Tierschutzverein: Das Problem mit den „Rasselisten“ …

Das Problem mit den „Rasselisten"
© APA

Der Wiener Tierschutzverein unterstützt alle Maßnahmen zu einem besseren Zusammenleben von Mensch und Hund. Vor allem in der Großstadt gilt es, positive und praktikable Akzente zu setzen. Deshalb bewerben wir auch den Hundeführschein, der u.a. auch im Wiener Tierschutzhaus abgelegt werden kann. Allerdings sollte dieser Führschein auf freiwilliger Basis bleiben. Der von der Stadt Wien mit 1. Juli 2010 verpflichtend eingeführte Hundeführschein für bestimmte Rassen findet nicht unsere Zustimmung. Denn „Kampfhunderassen“ gibt es nicht, das beweist die Wissenschaft klar und deutlich. „Rasselisten“ sind daher etwas Willkürliches und richten im Tierschutz großen Schaden an. Staffordshire Terrier und Co. werden nachhaltig stigmatisiert und ins Abseits gerückt. Das Image dieser Rassen wird ruiniert. Das führt dazu, dass immer mehr dieser Hunde ausgesetzt oder abgegeben werden. Denn viele Menschen haben Angst, beim täglichen Hundespaziergang wegen ihrer Hunde angepöbelt und beschimpft zu werden. Im Wiener Tierschutzhaus ist die Zahl der verstoßenen „Listenhunde“ von Weihnachten 2009 bis jetzt von 123 auf 166 angestiegen. Und dabei ist das Wiener Gesetz nicht einmal noch in Kraft! Hält diese Tendenz an, sind wir vor ein ernstes Kapazitätsproblem gestellt. Wohin mit den vielen Hunden, die wahrscheinlich auf Jahre ihr Dasein im Tierheim fristen müssen? Auch ein Pitbull hat ein Recht, fürsorglich und respektvoll behandelt zu werden. Er kann nichts dafür, einer „falschen Rasse“ anzugehören. Im Wiener Tierschutzverein setzen wir auf Therapie und Resozialisation von Hunden – jeglicher Rasse! Doch alleine können wir die anstehenden Probleme nicht lösen, da bedarf es der Mithilfe der Stadt Wien. Schließlich ist Tierschutz ein anerkannter Grundsatz unserer Gesellschaft!

Die Österreichische Tierärztekammer empfiehlt allen Hunde- und KatzenbesitzerInnen eine regelmäßige Vorsorge sowohl gegen Endo- als auch Ektoparasiten bei ihren Tieren.
Diese Prophylaxe dient nicht nur der Gesunderhaltung der Haustiere, vielmehr handelt es sich bei einer Vielzahl dieser Parasiten um ebenso auf den Menschen übertragbarer Überträger bzw. Erreger von Krankheiten, somit um eine Zoonose.
Bezüglich aller weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an ihren Tierarzt / Tierärztin ihres Vertrauens.
Dr. Walter Holzhacker
Präsident der Österreichischen Tierärztekammer


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