03. Oktober 2008 12:16

Buchtipp 

Dem Glück einen "Landeplatz" geben

Glücklichsein ist trainierbar und es kommt nicht auf die Intensität, sondern auf die Häufigkeit von Glücksmomenten an, meint die Psychologin Heide-Marie Smolka.

Dem Glück einen "Landeplatz" geben
Dem Glück einen "Landeplatz" geben

Die Expertin der sogenannten Positiven Psychologie zeigt in ihrem Buch "Mein Glückstrainingsbuch", wie man dem Glück im Alltag einen "Landeplatz" bieten kann.

Laut Erkenntnissen der Gehirnforschung sieht das Hirn eines lachenden Menschen anders aus als jenes eines verärgerten: "Befindet sich ein Mensch in freudiger Stimmung, ist der linke Stirnlappen im Gehirn sehr aktiv, die Verästelungen der Neuronen verdichten sich", erklärte Smolka bei der Präsentation ihres Buches im Hotel Hochschober in Kärnten vor Journalisten. Empfindet man über Tage hinweg vermehrt positive Emotionen wie Glück, Freude oder Hoffnung, präge sich dieses Areal stärker aus "und man kommt leichter in positive Stimmung".

Das sei auch umgekehrt möglich: Ein sich oft ärgernder Mensch brauche nur einen kleinen Impuls, um sich erneut zu ärgern. "Er hat sein Ärgerzentrum trainiert", so die Expertin. Deshalb empfiehlt sie in ihrem Buch, eine Art "Raunzerzone" einzurichten, um sich bewusst zu machen, wie oft man in welcher Stimmung ist. Ist man nun in einer "unangenehmen Stimmung", sollte man in die Raunzerzone gehen, um dann wieder herauszukommen.

Generell sei die Häufigkeit und nicht die Intensität von Glücksmomenten ausschlaggebend, meint Smolka. Es sei eine Fehlmeinung, dass Dinge wie ein Lottogewinn zum Glücklichsein notwendig seien: "Das ist es langfristig nicht. Der größte Einflussfaktor ist die Fähigkeit, sich an kleinen Dingen zu erfreuen, die darauf warten, entdeckt zu werden."

Weil es nicht ausreiche, nur ein Buch über das Glücklichsein zu lesen, habe sie ein "Arbeits-Mitmachbuch" geschrieben, so Smolka. "Wenn Sie ein Buch über das Radfahren lesen, bin ich sicher, dass Sie nachher auch nicht Rad fahren können, weil Sie es nicht ausprobiert haben." So findet sich immer wieder Platz zum Selbstausfüllen für den Leser, auch eine eigene Autorenzeile ist für ihn vorgesehen. "Durch das Hineinschreiben in das Buch geht man automatisch zur Anwendung über."

"Das Buch ist für Menschen, die so halbwegs zufrieden, aber nicht ganz glücklich sind", meinte Smolka. Immer glücklich sein zu wollen, sei übrigens "eine Illusion und nicht erreichbar". "Unangenehme Emotionen sind wichtig, es ist absurd, diese unter den Teppich kehren zu wollen." Es mache Sinn, diese zu minimieren versuchen - eine gänzliche Verdammung könnte irgendwann in einer psychosomatischen Erkrankung enden.

Mit ausschlaggebend für's Glücklichsein sei auch, wie man mit sich selbst umgeht: "Bin ich liebevoll zu mir oder kritisiere ich mich immer nur?" Auch auf eine "Glückssprache" sollte man achten und die Verwendung von "Druckmachern" unter den Wörtern, wie z. B. "müssen", reduzieren.

SERVICE:
"Mein Glücks-Trainingsbuch" von Heide-Marie Smolka und mit Illustrationen der Wiener Künstlerin Brigitta Knoll erscheint am 18. September. ISBN 978-3-211-79911-6, Springer Verlag, 19,95 Euro. Es stellt eine Art Basisbuch dar, weitere Werke zum Thema, ausgerichtet auf spezielle Zielgruppen und in Kooperation mit anderen Experten, sind laut Smolka angedacht.

Über die Autorin:
Die 1963 in Niederösterreich geborene Heide-Marie Smolka beschäftigt sich seit rund sechs Jahren mit dem Thema Glück und richtete auch "Meldestellen" des Glücks - wie z. B. im Hotel Hochschober auf der Turracher Höhe in Kärnten - ein. Die Expertin gibt Seminare für Unternehmen. Weitere Informationen sind auf der Homepage http://www.glueckstraining.at bzw. http://www.meldestellefuergluecksmomente.at abrufbar.)


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