28. Juli 2009 11:03

Urlaubszeit 

Depression durch Partnerschaftsprobleme

Rund um Urlaubszeit bis zu 15 Prozent mehr Anfragen. Veränderte Anforderungen an Beziehung.

Depression durch Partnerschaftsprobleme
© sxc

Dreimal so hoch ist das Risiko eine Depressionserkrankung oder Angstzustände zu erleiden, wenn die Partnerschaft von Problemen geprägt oder die Familiensituation schlecht ist. Besonders die Ferienzeit stellt Beziehungen vor eine zusätzliche Herausforderung. Anfragen rund um Partnerschaft und Beziehung steigen rund um die Urlaubszeit um bis zu 15 Prozent, hieß es auf einer Pressekonferenz des Tiroler Bündnisses gegen Depression.

Beziehungskrisen
Beziehungskrisen seien psychisch labilisierend, die Partner würden in ihrer Bewältigungsfähigkeit überlastet. "Das kann in einer Depression ausarten", sagte Univ.-Prof. Ullrich Meise. Fünf Prozent der Tiroler würden an einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung leiden. Der Großteil nehme eine Behandlung jedoch nicht in Anspruch, was zu einer chronischen Erkrankung führen könne. Dabei sei die psychische Gesundheit für den Erhalt der Beziehung wichtig.

Erwartungen
"Oft gibt es eine Idealvorstellung, wie der Urlaub zu sein hat", erklärte Karin Urban vom Tiroler Zentrum für Ehe- und Familienanfragen die Problematik. Das Reden über das Wesentliche und sich selbst inklusive den Erwartungen, Enttäuschungen und Wünsche in einer Partnerschaft sei dabei am Wichtigsten. Das Verständnis füreinander und "das Anderssein des Anderen zu akzeptieren" sei ein weiterer Schritt für eine gesunde Beziehung.

Höhere Anforderungen
Die Anforderungen in einer Partnerschaft haben sich laut Meise verändert: Während Männer eher am traditionellen Rollenverständnis festhielten, forderten Frauen andere Qualitäten in einer Beziehung ein. Letztere wollten nicht nur den "funktionierenden Aspekt, sondern auch die persönliche Verwirklichung". Männer müssten zusehen, mit dieser Veränderung Schritt halten zu können.

Zwei Drittel der um Ratsuchenden seien Frauen, Männer würden großteils "kurz vor 12.00 Uhr" kommen. 2008 habe das Zentrum für Ehe-und Familienanfragen in Tirol über 4.500 Klienten betreut - Tendenz steigend. Auch durch die sehr belastende Wirtschaftskrise habe man aufgrund finanzieller und wirtschaftlicher Probleme mehr Anfragen verzeichnet.


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |