12. November 2008 10:01

Aktionstag 

Diabetes: Ärzte schlagen Alarm

Am 14. November ist Weltdiabetestag. Österreichs Ärzte nehmen dies zum Anlass und schlagen Alarm.

Diabetes: Ärzte schlagen Alarm
© sxc

Am 14. November ist Weltdiabetestag. Österreichs Ärzte nehmen dies zum Anlass und schlagen Alarm. Denn europaweit liegt Österreich am – von der EU-Institution „Health Consumer Powerhouse“ als „katastrophal“ bezeichneten – 12. Gesamtplatz des Euro Consumer Diabetes Index. Bei den erhobenen Folgeschäden befindet sich Österreich zusammen mit Zypern und Malta am letzten Platz. Auch bei der Anzahl der behandelten Diabetiker schneidet Österreich schlecht ab.

Forderungen
„Wir haben nun ein eigenes Programm erarbeitet, um sowohl die Prävention wie auch die Versorgung von Diabetes zu verbessern“, erklärt Bernhard Ludvik, Präsident der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG). Dazu zählen Strategien zur Bekämpfung von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter, konsequentes Diabetes-Screening bei erhöhtem Risiko und die Schulung der niedergelassenen Ärzte sowie Ausbau der Diabetes-Ambulanzen. Laut Hochrechnungen leiden 500.000 Österreicher infolge einer Störung der Bauchspeicheldrüse an zu hohen Zuckerwerten. Unbehandelt führt die Erkrankung zu Nierenversagen, Fußamputation und vorzeitigem Tod. „Noch immer herrscht leider die Meinung: Ein bisserl Zucker macht nichts“, so Ludvik. Doch der Endokrinologe warnt vor Bagatellisierung und macht Hoffnung: „Mit konsequenter Behandlung kann die überwiegende Mehrzahl der Folgeschäden heute verhindert werden.“

Neu
Die Forschung bietet mittlerweile eine breite Palette an Therapien: Neue Medikamente machen die Zellen für das körpereigene Insulin empfindlicher, fördern die Glukose-Aufnahme in die Zelle oder blockieren den Rezeptor für Glukagon. Doch nichts ist so wirkungsvoll wie konsequente Vorbeugung. Ludvik: „Die starke Zunahme an Typ-2-Diabetes ist auf den Lebensstil zurückzuführen.“ Und rät zu Gewichtsabnahme, Ernährungsumstellung und körperlicher Aktivität.


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