23. Jänner 2008 10:12

WHO warnt 

Diabetes wird zur Epidemie

Die "Zuckererkrankung" nimmt in der westlichen Welt dramatisch zu. Neue Therapien sollen Folgeschäden effizienter bekämpfen.

Diabetes wird zur Epidemie
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Laut WHO wird Diabetes in den nächsten Jahrzehnten zu einer der größten Herausforderungen des öffentlichen Gesundheitssystems. Allein in Österreich leiden heute über 500.000 Menschen an erhöhten Blutzuckerwerten. Unerkannt oder nicht behandelt nimmt die Erkrankung oft einen dramatischen Verlauf und kann zu zahlreichen Folgeschäden wie Nierenversagen, Erblindung, Herzinfarkt, Schlaganfall oder dem diabetischen Fußsyndrom führen. Mediziner klagen darüber, dass eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen nach wie vor unterschätzt wird.

Gefährliche Süße
Die Bezeichnung „Diabetes mellitus“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „süßer Durchfluss“. Denn die Ursache für die krankhaft erhöhten Zuckerwerte in Blut und Harn liegt in einem Mangel an Insulin. Dieses von der Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon benötigt der Körper, um Zucker aus der Nahrung zu allen Körperzellen zu transportieren. Beim jugendlichen Typ-1-Diabetes, der genetisch bedingt ist, produziert die Bauchspeicheldrüse kein Insulin, so dass das Hormon regelmäßig zugeführt werden muss. Doch zu dieser Gruppe gehören nur 10 Prozent der Diabetiker.

Typ-2-Diabetes
90 Prozent der Diabetiker hingegen leiden an Typ-2-Diabetes. Hier kommt es erst nach und nach zu einem Nachlassen der Insulinproduktion. Die Folge: Die Kohlenhydrate aus der Nahrung werden nicht mehr richtig verwertet, der Blutzuckerspiegel steigt gefährlich an. Diese Insulinresistenz wird durch falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Bluthochdruck und Übergewicht gefördert. „Die früher verwendete Bezeichnung Altersdiabetes ist heute nicht mehr gültig, denn immer mehr jüngere Menschen sind davon betroffen“, erklärt Guntram Schernthaner, Stoffwechselexperte an der Rudolfstiftung. Bleiben die erhöhten Zuckerwerte unbehandelt, so breitet sich die Stoffwechselstörung mit Vehemenz aus.

Neue Therapien
Daher wird weltweit an neuen Medikamenten zur Behandlung von Diabetes geforscht. Ein neues Antidiabetikum wurde sogar mit dem „Prix Galien“ ausgezeichnet: Das Medikament „Januvia“ zur Therapie des Typ-2-Diabetes gilt als bester pharmazeutischer Wirkstoff 2007.


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