07. Juli 2008 08:28

Abnehmen 

Diätcamps für Kinder

Mit Yoga und Selbstvertrauen zum Wunschgewicht.

Diätcamps für Kinder
© sxc

Während der Großteil der Kinder und Jugendlichen die schulfreie Zeit faulenzend genießt, plagen sich andere damit, mühsam überschüssiges Körpergewicht los zu werden. Zahlreiche Diät-Camps in ganz Österreich bieten Programme an, die bei bis zu drei Wochen Training die Körperfülle um bis zu fünf Kilo reduzieren sollen. Das Erfolgsrezept basiert nicht nur auf einer Ernährungsumstellung und einem umfassenden Bewegungsprogramm, sondern auch auf mehr Selbstvertrauen und der positive Wirkung der Arbeit in der Gruppe.

Gemeinsam Abnehmen
"Die sitzen ja alle im gleichen Boot. Sie fühlen sich wohl und akzeptieren sich selbst", erklärte Veronika Kabusch, Leiterin des Camps "Ich mag mich" in Schladming in der Steiermark, die Vorteile des gemeinsamen Abnehmens. "Sie motivieren sich gegenseitig, auch beim Sport. Die Kinder kommen freiwillig und wollen selbst etwas ändern - es funktioniert sonst auch nicht."

Neues Selbstbewusstsein
Die Gruppendynamik sorge für ein völlig neues Selbstbewusststein, bestätigte auch Kollegin Inge Spöcker, Mitarbeiterin bei "Fun in X-Large" in Salzburg. "Plötzlich trauen sich die Kinder auch ohne T-Shirt in den Pool." Wichtig sei dies auch für das Hauptziel, einen Startschuss zur langfristigen Ernährungsumstellung zu geben. Rat und Hilfe von den Beratern mittels Online-Netzwerken nach dem Camp, Begleitbücher und Rezepte sollen dabei langfristig helfen. Blitzdiäten oder Abnehmkuren hätten mit den Ferienlagern nichts zu tun, betonten verschiedene Veranstalter unisono.

Vollwertkost und Bio
Was auf den Tisch kommt, ist allerdings ein zentrales Thema der verschiedenen Diät-Camps: Einige setzen auch Vollwertkost oder Bio, andere auf kalorien- oder kohlenhydratarme Mahlzeiten. Gehen würde es aber vor allem darum, den Kindern ein anderes Ernährungsverhalten und eine bessere Esskultur zu vermitteln, betonte Sportwissenschafter Jürgen Petrzilek, Mitarbeiter der Diätferien "Supercamp" in Tirol. "Alle sitzen an einem Tisch und essen gemeinsam", beschrieb er den Alltag im Ferienlager. Es gebe täglich bis zu fünf Mahlzeiten und als zusätzliche Unterstützung theoretische Erläuterungen zum Thema Ernährung sowie Einkauftipps und Kochstunden.

Bewegung und Sport
Zweites zentrales Element ist das Thema Bewegung und Sport, zu dem die Kinder animiert werden sollen. Niederschwellige, einfache Tätigkeiten, die den Stoffwechsel anregen, stünden dabei im Vordergrund, erklärte Petrzilek. Neben Wandern, Radfahren, Schwimmen und Laufen setzen andere Veranstalter auch auf trendige Sportarten vom Tanz-Contest bis hin zum Rafting-Ausflug. Neben der damit verbundenen Gewichtsreduktion, solle Bewegung vor allem als Alternative zum Sitzen vor dem Fernseher mit dem Packerl Chips verankert werden, betonte Inge Spöcker.

"Honig für die Seele"
Auf ganzheitliche Methoden - "Honig für die Seele" - setzt Veronika Kabusch bei ihren Camps. Neben gesundem Essen und Sport sollen bei übergewichtigen Kinder dank Yoga und Fußreflex-Zonen-Massagen die Kilos purzeln. Auch die Ernährung müsse Abseits von Fertigprodukten neu erfahren werden, erklärte sie. Das Entstehen ihres Gebäcks können und müssen die Kinder daher vom Korn mahlen bis hin zum Brotbacken verfolgen.

Familiäre Atmosphäre
Je nach Anbieter verbringen 15 bis 30 Kinder in familiärer Atmosphäre oder in Ferienlager-Stimmung ihre Urlaubszeit gemeinsam. Als Motivation für das Durchhaltevermögen danach beginnen und enden die Camps mit bewegungsmotorische Tests sowie Gewichts- und Fettmessungen, die den Kindern ihren jeweiligen Fortschritt aufzeigen. Angeboten werden Diät-Ferienlager mittlerweile auch für die gesamte Familie vom Volksschulkind bis hin zum bierbäuchigen Vater. Die Krankenkassen gewähren bei Zustimmung des Arztes unterschiedliche Zuschüsse.


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