14. Jänner 2009 08:48

Grippe-Welle 

Die Attacke der Grippe-Viren

Influenza-Virus hat alle Bundesländer im Griff. Höhepunkt der Grippewelle laut Schätzungen in drei bis vier Wochen erreicht.

Die Attacke der Grippe-Viren
© getty
Die Attacke der Grippe-Viren
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Die Grippewelle hat Österreich erfasst, fast alle Bundesländer sind vom Influenza-Virus im gleichen Ausmaß betroffen, sagte die Wiener Virologin Monika Redlberger-Fritz. Laut bisherigen Erfahrungswerten dürfte der Höhepunkt der Epidemie in drei bis vier Wochen erreicht werden. Das derzeit grassierende Influenza-Virus der Type A ist bekannt dafür, dass es eine schwere Form der Erkrankung zur Folge hat.

Eine Woche richtig krank
"Betroffene sind mindestens eine Woche wirklich krank", meinte Redlberger-Fritz. Bis man sich davon anschließend vollständig erholt, kann es Wochen dauern. Die Infektion beginnt plötzlich mit hohem Fieber und ist mit starken Kopf- und Gliederschmerzen und trockenem Husten verbunden. Im Vergleich zu einer Erkältung handelt es sich bei der Grippe um eine viel ernsthaftere Erkrankung.

Rasche Ausbreitung
Der Zeitpunkt des Auftretens mit Anfang Jänner sei für das Virus typisch. Das Ende der Weihnachtsferien, wenn Kinder wieder die Schulbank drücken und Studenten auf die Unis zurückkehren, bringe den Motor für die Ausbreitung zusätzlich in Schwung, sagte die Virologin. In Wien wurden bisher 1.100 Erkrankte gemeldet, die Dunkelziffer dürfte laut Redlberger-Fritz aber weit größer sein. Genaue Zahlen aus den Bundesländern werden für nächste Woche erwartet.

Chronisch Kranke gefährdet
Besonders gefährdet sind chronisch Kranke und Menschen über 50 Jahre. In Österreich erkranken jährlich zwischen 300.000 und 400.000 Menschen an der Grippe, bis zu 3.000 sterben an ihren Folgen, darauf hat Michael Kunze vom Institut für Sozialmedizin in Wien hingewiesen.

Da sich das Virus durch Tröpfchen- oder Schmierinfektionen (Husten oder Niesen und Kontakt mit infizierten Oberflächen) leicht übertragen lässt, sei die Ansteckungsgefahr in öffentlichen Verkehrsmitteln und bei Menschenansammlungen besonders hoch.

Jetzt noch impfen!
Eine Impfung mache aber laut Redlberger-Fritz immer noch Sinn, sofern man noch gesund ist. Die Grippewelle hat erst begonnen und wird noch acht bis zwölf Wochen andauern. Wird die Krankheit nicht behandelt, können bei allen Patienten Komplikationen wie Lungen- oder Herzmuskelentzündung auftreten.

Risiko minimieren
In jedem Fall sollte der Arzt kontaktiert werden, weil eine Grippe die Gesundheit empfindlich beeinträchtigen kann. Eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten greift das Virus gezielt an, verkürzt die Krankheitsdauer und verringert das Risiko gefährlicherer Komplikationen.

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Woran Sie eine "echte Grippe" erkennen können

Akut
Im Gegensatz zur Erkältung tritt die Grippe plötzlich und heftig auf. Alarmzeichen: starker Schüttelfrost.

Fieber
Bei einem banalen grippalen Infekt steigt die Körpertemperatur oft nur minimal an. Influenza geht mit hohem Fieber über 39 Grad einher. Jetzt können Neuraminidase-Hemmer noch helfen.

Schmerz
Intensive Kopf- und Gliederschmerzen treten bei Grippe meist schon im Anfangsstadium auf. Herkömmliche Schmerzmittel können die Symptome lindern.

Husten
Das Grippe-Virus breitet sich mit Rasanz in den Bronchien aus und führt zu starkem, trockenem Husten. Wenn möglich, den Hustenreiz nicht unterdrücken.

Matt
Bei Grippe wird jede Bewegung zur Qual. Nun heißt es „ab ins Bett“, denn der Kreislauf beginnt zu streiken.

Entzündung
Hals- und ­Ohrenschmerzen können sowohl bei Influenza als auch im Zuge einer Erkältung auftreten. Ob Antibiotika angezeigt sind, entscheidet der Arzt.

Dauer
Während eine Erkältung oft innerhalb von Tagen überwunden ist, kann es Wochen dauern, sich von der Grippe zu erholen: Schonzeit!

Foto: (c) Getty Images


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