18. Februar 2008 08:17

Insider-Wissen 

Die Geheimnisse der Gynäkologen

Gibt es eine Pille, die schlank macht? Wie kann ich das Geschlecht des Kindes beeinflussen? Experten verraten ihr Insider-Wissen.

Die Geheimnisse der Gynäkologen
© sxc

Sicher hat Sie Ihr Frauenarzt über die wichtigsten Dinge informiert: Sie wissen über Zykluslängen, Methoden zur Empfängnisverhütung oder Schmerzmittel gegen Regelkrämpfe bestens Bescheid.

Top-Infos
Doch Gynäkologen wissen noch viel mehr: Wie man das Geschlecht seines Wunschbabys beeinflussen kann, zum Beispiel. Oder wie man die Regel einfach verschiebt. Und wie man mit Hormonen abnimmt. Diese und mehr Insider-Informationen hat MADONNA für Sie erfragt.

An einem Segeltörn-Wochenende soll ich meine Tage bekommen. Ist es möglich, die Regel zu verschieben?
Dr. Kalmar: Wenn man mit der Anti-Baby-Pille verhütet, ist das Verschieben der Regel leicht. Die meisten derzeit verwendeten Pillen sind so genannte Einphasen-Pillen, also jede eingenommene Tablette ist gleich. Man nimmt diese Pille einfach so lange, bis man wieder eine Regel haben will. Wer möchte, kann sogar zwei Packungen am Stück nehmen.

Bei Zweiphasen-Pillen verlängert man nach Bedarf die erste Phase und wechselt dann wie gewohnt auf die zweite. Bei Dreiphasen-Pillen (drei verschieden färbige Tabletten) verlängert man die erste Phase. Das Verschieben um ein paar Tage ist unbedenklich; es sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. In seltenen Fällen kann es zu leichten Schmierblutungen kommen.

Wir wünschen uns ein Mädchen. Gibt es Methoden, mit denen man das Geschlecht des Kindes beeinflussen kann?
Dr. Rankine: Es gibt Tricks – aber natürlich ohne Garantie. Die Wunschkind-Diät nach Prof. Feichtinger empfiehlt, viel Magnesium und Kalzium aufzunehmen, wenn man sich ein Mädchen wünscht. Sie sollten dann reichlich Naturreis, Kefir, Bananen, Spinat und Kräuter (Petersilie, Dille) essen, aber wenig Salz. Bei der Buben-Diät ist es umgekehrt: Viel Kalium (Avocados, Kartoffeln) und Natrium (Tilsiter, Salz, Gemüsebrühewürfel) aufnehmen! Weiters sagt man, dass weibliche Spermien länger im Eileiter überleben können als die männlichen: Bei Geschlechtsverkehr vor dem Eisprung entstehen daher eher Mädchen; bei Verkehr knapp um den Eisprung eher Buben.

Eher Horoskop-Charakter hat der chinesische Kalender, der das Geschlecht des Kindes abhängig vom Alter der Frau zur Zeit der Befruchtung bestimmt, zu finden unter: www.chinesefortunecalendar.com

Sollen Frauen nach 45 die Anti-Baby-Pille noch nehmen?
Dr. Kalmar: Verhüten muss man bis zur Menopause, definiti­onsgemäß also bis zum 50. Lebensjahr. Ab 45 ist das Eintreten einer Schwangerschaft jedoch zunehmend unwahrscheinlich, im Wechsel selbst eigentlich unmöglich. In der Zeit reduzierter Fruchtbarkeit wird die Einnahme der Pille nicht empfohlen (Thrombose- und Schlaganfall-Risiko!).

Da in dieser Zeit viele Frauen auch verstärkte Regelblutungen haben, ist eine Hormonspirale (die Hormone wirken in Minidosis nur lokal) besonders günstig: Die Blutungen werden reduziert oder können ganz ausbleiben, obwohl die Eierstockfunktion erhalten ist.

Welches Verhütungsmittel wirkt und macht garantiert nicht dick?
Dr. Rankine: Kein Verhütungsmittel ist so sicher wie ein Hormonpräparat. Doch die Garantie, darauf nicht zuzunehmen, gibt es nicht. Wenn Frauen plötzlich mehr Appetit haben, kann dies aus dem Östrogenanteil der Pille resultieren. In diesem Fall kann man auf eine östrogenlose Pille umsteigen (z.B. Cerazette), die Hormonspirale oder das Verhütungsstäbchen. Es gibt auch eine Pille, die entwässert, und somit pillenbedingte Wassereinlagerungen reduziert (wie etwa Yasmin oder Yasminelle). Am besten ausprobieren! Es gibt für jede Frau das passende Präparat, mit dem sie nicht oder kaum zunimmt.

Ich bin 25, möchte aber erst später ein Kind. Gibt es jetzt schon eine Möglichkeit, zu testen, ob ich fruchtbar bin?
Dr. Nather: Mögliche Untersuchungen gäbe es viele. Doch die gesamte Diagnostik eines Fertil-Checks (vom Hormon-status bis zum Eileiterröntgen) zu durchlaufen, wäre sinnlos. Vor allem deshalb, weil sich die Umstände mit fortschreitendem Lebensalter verändern – zumeist verschlechtern. Und auch der Hormonstatus ist nur eine Momentaufnahme. Außerdem ist die Spermienqualität des Partners ebenso wichtig.

Wie bemerkt man eigentlich den Eisprung?
Dr. Rankine: Um den Eisprung ist die Frau am fruchtbarsten. Der Eisprung zeigt sich durch ein Ziehen in der Zyklusmitte – je nach Länge der Periode zwischen dem 12. und 18. Zyklustag. Doch nur jede fünfte Frau spürt das. Weitere Kennzeichen: vermehrte Sekretion von zähflüssigem, durchsichtigem Schleim, erhöhte Libido, ein Temperaturanstieg von 0,4 bis 0,6 Grad (ab dem nächsten Tag nach dem Einsprung bis zur Menstruation) sowie in seltenen Fällen eine leichte Zwischenblutung – bedingt durch den rasanten Östrogenabfall um die Zyklusmitte.

Ich leide immer wieder unter Scheidenpilz-Infektionen. Was hilft dagegen wirklich?
Dr. Rankine: Schuld daran ist meist eine zu geringe Anzahl oder ein Fehlen der so genannten Döderlein-Stäbchen, die für das saure Milieu in der Scheide verantwortlich sind. Häufig treten die Infektionen nach einer Antibiotika-Therapie auf (da Antibiotika eben auch die „guten“ Döderlein-Bakterien abtöten) oder nach einem Aufenthalt in Sauna, Dampfbad oder Thermalbad. Bei Neigung zu Pilzen: Schon vorbeugend Döderlein-Vaginaltabletten (Apotheke) nehmen oder Milchsäurespülungen durchführen. Oft hilft auch prophylaktisch ein Tampon, der in Joghurt getränkt ist. Im Akutfall hilft nur ein so genanntes Antimykotikum (Pilzmittel) in Form von Vaginal- oder oralen Tabletten.

Gibt es Stellungen beim Liebesakt, die eine Schwangerschaft fördern?
Dr. Nather: Was sicher günstig ist, ist nach dem Verkehr noch eine Weile liegen zu bleiben. Dies kann möglicherweise das Aufsteigen der Spermien in den Eileiter begünstigen. Ansonsten gilt die Devise: Erlaubt ist, was Spaß macht. Wichtig bei bestehendem Kinderwunsch sind auch eine gesunde Lebensführung (vitaminreiche Ernährung, ausreichend Bewegung). Unbedingt vermieden werden sollte das Rauchen und übermäßiger Stress.

Bekommt man mit Silikon-Implantaten leichter Brustkrebs?
Dr. Kalmar: Nein, hier besteht keinerlei Zusammenhang. In der Regel werden die Implantate unter den Brustmuskel gelegt – somit bestehen auch keine Auswirkungen auf die Brustdrüsen. Das heißt, auch das Stillen ist nach wie vor möglich. Anders ist dies bei Brust-Verkleinerungen: Hier kommt es durch die Veränderungen der Milchgänge sehr wohl zu Beeinträchtigungen beim Stillen. Aber ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko besteht auch hier nicht.

Kann man mit Hormonen tatsächlich abnehmen?
Dr. Nather: An den komplexen Vorgängen der Fettverbrennung sind verschiedene Hormone beteiligt, wie etwa Schilddrüsenhormone oder das Wachstumshormon. Neu ist der Ansatz, das Schwangerschaftshormon zum Abnehmen einzusetzen. Die Idee dahinter: Der Körper speichert Fett an Problemzonen wie Bauch oder Schenkel, um im Falle einer Schwangerschaft Reserven zu haben. Werden nun geringe Dosen des HCG-Hormons injiziert, gaukelt man dem Körper eine Schwangerschaft vor – und er holt sich das Fett aus diesen Depots. Zusätzlich zu einer 500-Kalorien-Diät verliert man in acht Wochen zehn Kilogramm – ohne Hungergefühl und Nebenwirkungen. Kosten: 990 Euro. Info: www.womanandhealth.at

Gibt es einen Trick gegen die schlechte Laune vor der Regel?
Dr. Nather: Stimmungsschwankungen, Brustspannen oder Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen sind in der zweiten Zyklushälfte häufig und werden unter dem Begriff prämenstruelles Syndrom zusammengefasst. Die Therapie ist symptomorientiert: Die Gabe des Hormons Progesteron in der zweiten Zyklushälfte kann die Beschwerden ebenso verbessern wie die Einnahme der Pille. Aber auch Pflanzenarzneien wie Johanniskraut, Melisse oder Mönchs­pfeffer können helfen. Viele Frauen sprechen auch gut an auf die kombinierte Gabe von Kalzium, Magnesium, Zink, Vitamin B6, Pflanzen-Hormonen und Omega-3-Fettsäuren.

Kann man auch in der Stillzeit schwanger werden?
Dr. Nather:
Man kann! Das Stillen schützt nicht vor dem Eisprung und der Möglichkeit einer erneuten Schwangerschaft. Neben dem Kondom stehen die (Hormon-)Spirale und eine reine Gestagenpille zur Verfügung. Östrogene dürfen in der Stillzeit nicht zur Anwendung kommen.


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |