27. Februar 2008 10:10

Schmerz 

Die Qual lindern, statt zu leiden

Schmerzen, so Gesundheitsministerin Kdolsky, sind eine Volkskrankheit. So vielfältig wie deren Ursachen, sind auch die Mittel dagegen.

Die Qual lindern, statt zu leiden
© Getty Images

Was das Leben mitunter zur unerträglichen Qual machen kann, ist eine durchaus sinnvolle Warnanlage: Schmerzen zeigen an, dass mit dem Körper etwas nicht in Ordnung ist. Daher ist auch die Suche nach der Ursache gefragt und nicht bloß die Bekämpfung eines Symptoms. Doch Schmerz kann auch selbst zum Problem werden.

Schmerz ist Stress
Ob durch Krankheit, Verletzung oder Verspannung ausgelöst: Schmerz setzt den Körper unter Stress. Was wiederum die Schmerzbereitschaft erhöht. Heldentum, da sind sich Mediziner heute einig, ist beim Schmerz daher gar nicht angebracht. Der Griff zur Tablette aber durchaus. Denn das richtige Medikament verhindert, dass Schmerzen chronisch werden. Und erleichtert zudem die begleitende Behandlung oder die Heilung.

Richtig wählen
Das eine Mittel gegen jede Art von Schmerz gibt es allerdings nicht. Die moderne Schmerztherapie hat aber eine Palette an Substanzen mit jeweils unterschiedlichem Wirkmechanismus.

Schnelle Hilfe
Bei akuten Schmerzen, gleichgültig, ob sie durch Verletzung, Grippeviren oder einen maroden Zahn ausgelöst werden, sind klassische Schmerzmittel gefragt. Diese bewährten Substanzen haben schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung. Dadurch können Beschwerden unterschiedlichster Ursache gelindert werden. Schmerzmittel sind als Tabletten, Kapseln, Zäpfchen und Lösung erhältlich.

Chronische Schmerzen
Klassische Schmerzmittel sind allerdings nicht für den Dauergebrauch geeignet. Wer wegen Osteoarthrose oder chronischer Polyarthritis eine ständige Schmerztherapie benötigt, braucht spezielle Mittel, die auch den Magen schonen. Hier kommen entweder Manteltabletten mit fix integriertem Magenschutz oder magenschonendere Entzündungshemmer neuerer Generation zum Einsatz.
20 bis 30 Prozent der Schmerzpatienten leiden an Nervenschmerzen (Neuropathien). Hier kann eine Behandlung mit speziellen Medikamenten, die die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen reduzieren, helfen.

Was Ihr Arzt gegen Schmerz verordnen kann

Rasche Hilfe bei Akutschmerz
NSAR. „Nichtsteroidale Antirheumatika“ (NSAR) werden seit vielen Jahren in der Therapie akuter Schmerzen eingesetzt. Sie hemmen die Entstehung von Prostaglandinen und wirken schmerzstillend, abschwellend, entzündungshemmend und fiebersenkend. Ihr Nachteil ist die schlechte Magen-Darm-Verträglichkeit.

Coxibe gegen chronische Qual
Coxibe. So genannte COX-2-Hemmer oder Coxibe hemmen gezielt nur die Bildung jener Prostaglandine, die für Schmerzen und Entzündungen verantwortlich sind. Da sie für Magen und Darm besser verträglich sind als NSARs, werden sie für die Behandlung chronischer Schmerzen verordnet.

Nervenschmerz zentral lindern
Antiepileptikum. Neuropathische Schmerzen haben ihre Warnfunktion verloren. Die Überempfindlichkeit der Nervenzellen wird durch Medikamente, die auch gegen Epilepsie wirken, herabgesetzt. Die innovativen Substanzen haben im Körper sowohl zentrale wie auch periphere Wirkung.


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