16. Mai 2008 12:12

Tanorexie 

Die Sucht nach Bräune

Bräunen im Solarium kann süchtig machen. Sogar Entzugssymptome wie Übelkeit und Zittern sind möglich.

Die Sucht nach Bräune
© sxc

Wer nach zwei Wochen Urlaub am Strand braungebrannt zurückkommt und meint, er müsse gleich wieder ins Solarium, damit die Bräune ja erhalten bleibt, sollte sich fragen, ob er unter Bräunungssucht leidet. Die Sucht nach der Sonne wird mit "Tanorexie" bezeichnet. Das Bräunen in Sonnenstudios süchtig machen kann, fanden amerikanische Wissenschaftler heraus. Es sind sogar Entzugssymptome wie Übelkeit und Zittern möglich, wenn regelmäßige Sonnenbankbesucher von ihrer Gewohnheit lassen.

Negative Auswirkungen werden ignoriert
Sonnenbankbesucher sehen nur die positiven Auswirkungen der künstlichen Sonne: Kunstbräune bewirkt eine Stimmungsaufhellung und schützt vor Depressionen, die Wärme des Solariums führt zur Muskelentspannung, die Bräune gilt als Schönheitsideal, auch wenn dies nur von kurzer Dauer ist. Außerdem erhöht sich durch die Kunstsonne das Glückshormon Serotonin. Folgen wie Hautalterung, Pigmentierung, Hautverdünnung und Hautkrebs werden bei den meisten Nutzern allerdings verkannt und ignoriert.

Ungesunde Bräune
Tanorexiker jagen einer Hautbräune hinterher, die ein Nordeuropäer unter normalen Bedingungen nie erreichen könnte. Zu dem Suchtbild gehören übertriebene, fast tägliche Besuche der Sonnenstudios und Ausnutzung jeder Möglichkeit zum Sonnenbad. Sonnensüchtige haben das richtige Augenmaß für Bräune schon längst verloren, auch mit einer ungesund dunkelbraunen Hautfarbe fühlen sie sich noch zu weiß. Für ihr Idealbild nehmen sie schwere Hautschäden, die schlimmstenfalls mit Krebs enden, in Kauf.


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