05. Oktober 2009 10:56

Top oder Flop? 

Die Wahrheit über unsere Lebensmittel

Warum scheinbar "Gesundes" oft gefährlich ist. Die 25 gefährlichsten Lebensmittel.

Die Wahrheit über unsere Lebensmittel
© Getty Images

Himbeere „ja“, Kiwi „nein“, Sonnenblume „ja“, Vollkorn „nein“. In einer neuen Serie sagt Ihnen ÖSTERREICH, wie gesund (oder krank) Sie Ihr Essen machen kann.

Festtag
Die gute Nachricht: Das Ernährungsbewusstsein der Österreicher steigt. Laut einer Umfrage ernährt sich die Mehrheit der Österreicher – nämlich drei Viertel der Bevölkerung – sehr gesund. Beachtliche 45 Prozent der Befragten behaupten „sehr viel Wert“ auf gesundes Essen zu legen. Nur 16 Prozent sagen: „Ich esse ausschließlich das, was mir schmeckt!“

Die schlechte Nachricht: Die Ernährungswissenschaft und unsere Lebensmittel stecken voller Rätsel. Sogenanntes „healthy food“ ist nicht für alle Menschen gleich gut und gleich gesund. Bestes Beispiel: Milch. Wer etwa unter einer Milcheiweißallergie oder einer Milchzuckerunverträglichkeit leidet, profiliert definitiv nicht von deren gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffen. Im Gegenteil, Krämpfe und Durchfälle drohen. Oder etwa Früchte-Fallen: Vitaminbomben wie Kiwi oder Papaya enthalten neben gesunden Vitaminen auch das Enzym Actinidin, das bei einigen Menschen Allergien auslösen kann.

Ernährungs-Irrtümer
Der deutsche Ernährungs-Wissenschafter Sven-David Müller weiß um die Gefährlichkeit von scheinbar gesunden Lebensmitteln, hat für seinen Ratgeber „Die 50 besten und 50 gefährlichsten Lebensmittel“ (Schlütersche Verlag, 13,30 Euro) Nährwerttabellen durchforstet, mit Experten gesprochen und wissenschaftliche Veröffentlichungen ausgewertet. Nach diesem Buch müssen jedenfalls bisherige Ernährungslehren völlig neu geschrieben werden. So meint der Autor beispielsweise über viel gepriesene Vollkornprodukte: „Belasten Sie Ihren Körper nicht mit zu vielen Vollkornprodukten – rohes Getreide ist für den menschlichen Organismus keine wirkliche Wohltat!“

Oder zur Cholesterinhysterie: „Es gibt keine einzige Studie, die zeigt, dass Hühnereier einen negativen Einfluss auf den Cholesterinspiegel haben. Es gibt aber eine Reihe von Studien, die zeigen, dass Hühnereier und das darin enthaltene Lezithin die Cholesterinaufnahme hemmen und den Cholesterinspiegel senken. Lassen Sie sich also Ihr Frühstücksei nicht madigmachen. Hühnereier gehören in Wirklichkeit zu den gesündesten Lebensmitteln überhaupt. Kein Wunder, schließlich sind sie die Grundlage für ein neues Lebewesen.“

Gesund oder gefährlich?
Der Ernährungs-Experte ist jedenfalls überzeugt: „Die richtigen Lebensmittel helfen, Krankheiten vorzubeugen und zu heilen, beeinflussen Aussehen und Lebensenergie. Falsche Lebensmittel können geradezu eine Gefährdung für die Gesundheit darstellen!“

Als kleinen Wegweiser im Ernährungs-Dschungel finden Sie rechts die Liste der 25 gesündesten und 25 gefährlichsten Lebensmittel...

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DIE 25 BESTEN LEBENSMITTEL

1. Marille
Reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Regt die Blutbildung und Zellerneuerung an. Entlastet das Herz.
2. Brombeere
Ist reich an Flavonoiden, die die Abwehr stärken, Gefäße schützen, Blutdruck senken und krebshemmend wirken.
3. Ei
Das im Ei enthaltene Lecithin senkt den Cholesterinspiegel. Außerdem sind Eier eine ideale Eiweißquelle.
4. Erdbeere
Nach der Schwarzen Johannisbeere hat die Erdbeere den höchsten Vitamin-C-Gehalt. Fördert die Blut- und Zellneubildung.
5. Brokkoli
Reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Beugt Krebs, Schlaganfällen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.
6. Grapefruit
Wirkt entwässernd, entgiftend. Eine mittelgroße Grapefruit deckt den Tagesbedarf an Vitamin C.
7. Haselnuss
Senkt den Cholesterinspiegel. Das Fett besteht zu 88 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren und ist daher besonders wertvoll.
8. Heidelbeere
Ballaststoffreich, entgiftend, blutreinigend. Schützt die Gefäße und fördert die Durchblutung.
9. Ananas
Reich an Vitaminen C und E. Wirkt bei Depressionen stimmungsaufhellend.
10. Ingwer
Dieses Gewürz regt Magen- und Gallensäfte an und verbessert die Durchblutung.
11. Himbeere
Wirkt stark harntreibend, ist reich an Mineralstoffen. Sorgt weiters für feste Nägel und glänzende Haare.
12. Johannisbeere
Reich an Vitamin C, beugt gegen Krebs und Bluthochdruck vor.
13. Tomate
Wirkt entwässernd, senkt Blutdruck und vermindert das Krebsrisiko. Das enthaltene Lykopin aktiviert Spermien.
14. Karotte
Hält den Beta-Carotin-Rekord und fördert die Regeneration von Augen und Sehnerven und Gehirnzellen.
15. Kürbis
Durch seinen hohen Kaliumgehalt wirkt der Kürbis stark entwässernd und harntreibend.
16. Lachs
Reich an Omega-3-Fettsäuren, die ein Fitmacher für das Gehirn sind und vor Rheuma und chronischen Darmentzündungen schützen.
17. Ungeschälter Reis
Gut für die Nerven, sorgt für einen reibungslosen Fettstoffwechsel. Enthält viel Eiweiß.
18. Sojabohne
Wirkt stark blutdrucksenkend und hilft Frauen bei Beschwerden in den Wechseljahren.
19. Roggen
Die gesündeste Getreideart. Enthält die meisten Ballaststoffe und Kohlehydrate und stärkt das Immunsystem.
20. Sesam
Enthält viel ungesättigte Fettsäuren und ist ein natürlicher Blutdrucksenker.
21. Sonnenblumenkern
Das Öl des Sonnenblumenkerns stärkt Herz- und Kreislauf und wirkt perfekt gegen Zahnfleischschwund und Parodontose.
22. Knäckebrot
Senkt den Cholesterinspiegel, fördert die Verdauung und sättigt langanhaltend.
23. Walnuss
Hoher Gehalt an Vitamin B und Omega-3-Fettsäuren. Ideale Gehirnnahrung. Schützt zudem vor Arthritis.
24. Mandeln
Höchster Proteingehalt aller Nüsse, senkt Cholesterinspiegel, schützt Herz und Gefäße. Verbessert die Durchblutung.
25. Knoblauch
Wirkt antibakteriell, hat immunstärkende und blutdrucksenkende Wirkung. Hemmt das Wachstum bestimmter Tumorzellen.


25 GEFÄHRLICHE LEBENSMITTEL

1. Alkohol
Große Mengen Alkohol schädigen die Leber, Bauchspeicheldrüse, Skelettmuskel und Herz-Kreislaufsystem. Besonders gefährlich: Alkohol in der Schwangerschaft.
2. Rohe Bambussprossen
Enthalten ein Blausäureglykosid, das beim Verdauungsvorgang in Gift umgewandelt wird.
3. Diabetikerprodukte
Fruktose soll Übergewicht fördern. Manche reagieren auch mit Darmentzündungen, Durchfall und Anstieg der Blutfette.
4. Zu heißes Fett
Stark erhitztes Fett steht im Verdacht, Missbildungen hervorzurufen und krebserregend zu sein. Wichtig: Fett nie über 80 Grad erhitzen!
5. Meeresfrüchte
Muscheln & Co. nehmen über verschmutztes Meerwasser Schadstoffe auf. Folge: Übelkeit, Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen.
6. Geflügel
Große Salmonellengefahr, z.B., wenn die Kühlkette unterbrochen wurde. Tipp: Geflügelfleisch immer gut durchgaren!
7. Grillfleisch
Wenn Fett in die Holzkohle tropft, entstehen polyzyklische Aromate, die sich in Leber, Nieren und Fettgewebe anreichern. Daraus können sich Tumore bilden.
8. Pommes frites
Enthalten Transfettsäuren, die schädliches Cholesterin im Blut erhöhen. Folge: Verstopfung der Gefäße.
9. Kekse und Kuchen
Zu viele Transfettsäuren. Übermäßiger Verzehr erhöht Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
10. Kaffee
Zu viel davon kann zu Herzrhythmusstörungen und Magenproblemen führen.
11. Getreide
Wer unter Zöliakie leidet, schadet damit dem Verdauungssystem. Austesten lassen!
12. Lakritze
Die Süßigkeit fördert Bluthochdruck.
13. Rhabarber
Enthält Oxalsäure, kann Osteoporose und Nierensteine fördern.
14. Schwarztee
Hoher Gehalt an Salicylsäure, die Allergien verstärken kann.
15. Milch
Viele leiden an Laktose-Intoleranz. Die Folge: Magenkrämpfe und Durchfall.
16. Rohe Stachelbeere
Enthält Glyoxylsäure, die den Körper vergiften kann. Das kann zu Krämpfen und Herzlähmung führen.
17. Süßkartoffel
Schneller Befall von Schimmelpilzen. Dann bilden sich giftige Terpene in der Kartoffel, die Leber, Lunge und Nieren schädigen.
18. Süßstoff
Aspartam kann Kindern schaden, die an Stoffwechselstörungen leiden.
19. Kiwi
Die Frucht enthält das Enzym Actinidin, das Milcheiweiß spaltet. Allergische Reaktionen können die Folge sein.
20. Käse
Emmentaler und Camembert enthalten Tyramin, das für Parkinsonkranke gefährlich werden kann.
21. Kartoffelchips
Nicht in großen Mengen verzehren: In Tierversuchen wurde eine krebserregende Wirkung nachgewiesen.
22. Honig
Säuglingen nicht verabreichen. Bakterien im Honig können im Darm zu Verstopfungen führen.
23. Hustenbonbons
Enthalten viele ätherische Öle, die zu Übelkeit, Erbrechen und Nierenreizungen führen können.
24. Innereien
Leber und Nieren können mit Schwermetallen belastet sein.
25. Zucker
Zucker im Übermaß fördert Gefäßerkrankungen, belastet die Bauchspeicheldrüse. Vorsicht auch bei übermäßigem Verzehr von Zuckererbsen.


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