08. September 2008 09:47

Schönmacher 

Diese Vitamine machen sexy

Vitamine sind Zauberkünstler. Und können, richtig eingesetzt, auch beim Abnehmen helfen. Wir sagen Ihnen, wie Sie die Vitamin-Kraft für Ihre Schönheit nützen.

Diese Vitamine machen sexy
© getty
Diese Vitamine machen sexy
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Schutzengel kann man gar nicht genug haben. Und deshalb raten manche Experten, möglichst viele Vitamine zu schlucken. Schließlich halten die dreizehn Wunderstoffe erwiesenermaßen jung, schön und leistungsfähig. Zudem unterstützen sie die Abwehrkräfte und schützen sogar vor Krebs.

Allerdings: Zu viel des Guten bedeutet nicht gleichzeitig ein Übermaß an Beauty und Gesundheit. Noch dazu, wo der Trend ohnehin zur „Übervitaminisierung der Lebensmittel“ geht: Vitamin E wird als Konservierungsmittel in Margarine eingesetzt, in der Salami steckt der Frischhalter Vitamin C und in Joghurts und Kindergetränken soll ein Extra an ACE-Vitaminen für mehr Immunpower sorgen.

Expertenrat
Wie können wir Vitamine nun tatsächlich nutzen, um schlank und schön zu werden? Wir baten zwei renommierte Experten, Orientierungshilfe im Wunderland der Vitamine zu leisten: Ingrid Kiefer, Ernährungswissenschaftlerin am Institut für Sozialmedizin der Uni Wien und Christian Matthai, medizinischer Ernährungsberater im Frauengesundheitszentrum Woman & Health, beantworten in MADONNA die wichtigsten Fragen zum Thema:

Frage 1: Enthalten Obst und Gemüse heute weniger Nährstoffe als früher?
Das Gerücht hält sich hartnäckig: Durch Düngen seien die Böden so ausgelaugt, dass Gemüse kaum mehr Vitalstoffe enthalte. Und: Zu frühes Ernten raube dem Obst wertvolle Inhaltsstoffe. Kann man also gleich darauf verzichten? „Auf keinen Fall! Durch schonende moderne Zubereitungsmethoden wie etwa Dampfgaren oder Braten im Wok und durch bessere Aufbewahrungsmöglichkeiten sind Obst und Gemüse heute immer noch hervorragende Vitaminquellen“, weiß Expertin Ingrid Kiefer. Vorteil der pflanzlichen Lebensmittel gegenüber Pillen: „Sie enthalten viele zusätzliche Schutzstoffe, die die Vitaminwirkung sogar noch verstärken.“ Also zugreifen!

Frage 2: Können Vitamine beim Abnehmen helfen?
Durchaus. Mediziner Christian Matthai: „Vitamine sind an vielen Stoffwechselprozessen in unserem Körper beteiligt.“ So etwa kurbelt Vitamin C die Bildung von Bindegewebszellen an, was für einen straffen Bauch und Po wichtig ist. Und Vitamin H (Biotin) hilft mit, Fette in Energie für die Körperzellen umzuwandeln und somit den Fettstoffwechsel zu pushen. Aber: „Mit Vitaminen schneller abzunehmen, bleibt eine Wunschvorstellung“, so Matthai. Tatasche ist aber, dass Vitamine den Körper gezielt beim Schlankwerden unterstützen können und Radikal-Diäten oft regelrechten Vitamin-Raub am Körper begehen. Deshalb sind klassische Diäten immer nur als Blitz-Programm zu sehen .

Frage 3: Braucht man mehr Vitamine, wenn man viel Stress hat?
Die Antwort ist eindeutig: Ja! „Ganz einfach, weil Stress mit einem vermehrten Nährstoffverbrauch verbunden ist. Neben dem Mineralstoff Magnesium (in Bananen, grünem Blattgemüse) spielen hier die Vitamine B 1, B 2 und B 6 eine große Rolle“, weiß Ernährungsprofi Kiefer. Außerdem gibt sie zu bedenken: „Da jede Form der Belastung auch das Immunsystem beeinträchtigt, sollte man zudem auf eine ausreichende Zufuhr an Vitamin C, E, A und Carotin (eine Vorstufe von Vitamin A) achten.“

Frage 4: Kann man mit Vitaminen eine schlechte Ernährung ausgleichen?

„Da man weiß, dass in Fertiggerichten und Fast Food der Gehalt an Vitalstoffen stark vermindert ist, macht eine zusätzliche Vitamin-Einnahme durchaus Sinn“, erklärt Mediziner Matthai. Außerdem glaubt er, „dass auch die Zubereitungsart in der Mikrowelle den Großteil der Vitalstoffe vernichtet.“ Dennoch würde es in der heutigen Zeit auch ohne die Einnahme von Zusatzvitaminen zu keinen Mangelerkrankungen kommen. Und ungesunde Ernährung könne man mit den Pillen keinesfalls kompensieren: „Ausgewogene Ernährung ist immer noch das Beste für unsere Gesundheit. Mit Zusatz­vitaminen kann man den Schaden einer ungesunden Lebensweise höchstens begrenzen“, so Matthai.

Frage 5: Inwiefern kann man Vitamine für die Schönheit nutzen?
Auf vielfältige Weise. So etwa macht Vitamin E (in Nüssen, Avocado) freie Radikale unschädlich und sorgt für glatten Teint, feste Nägel und glänzendes Haar. Raue Lippen und eingerissene Mundwinkel können ein Hinweis auf Vitamin B-Mangel sein. Ihre Speicher füllen Sie mit Vollkornprodukten, Milch und Fleisch. Ein Rundum-Beauty-Hit ist Vitamin H (Biotin): Es soll Fältchen vorbeugen und die Haare vor dem Grauwerden schützen. Steckt in Eiern, Haferflocken und Nüssen.

Frage 6: Woran kann man erkennen, dass einem Vitamine fehlen?
„Die Hinweise auf eine unzureichende Vitaminversorgung können sehr vielfältig sein – sie reichen von Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsschwäche bis hin zu Infektanfälligkeit oder Haarausfall“, weiß Kiefer. Und: „Hierzulande fehlt Frauen am ehesten Folsäure, Vitamin D und Vitamin E.“ Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich mittels Blutabnahme beim Arzt ein persönliches Vitaminprofil erstellen lassen.

Frage 7: Wer braucht Vitaminpräparate?
Im Prinzip jeder, bei dem die Zufuhr mit der Ernährung nicht mehr gewährleistet ist. „Das kann der Fall sein bei Schwangeren, Rauchern, älteren Menschen, Extremsportlern, Personen mit Nahrungsmittelallergien sowie bei allen, die eine Diät machen und dabei weniger als 1.500 Kalorien pro Tag zu sich nehmen“, erklärt Ingrid Kiefer. Rauchern mangelt es vor allem an Vitamin C (sie brauchen 50 mg pro Tag zusätzlich) und Frauen, die schwanger werden wollen, wird von vielen Ärzten empfohlen, schon vorher Folsäure (ideal: 400 Mikrogramm pro Tag) einzunehmen: Es verhindert beim Baby Missbildungen wie den offenen Rücken. Kiefer: „Jeder, der Vitaminpräparate nimmt, sollte aber wissen, dass diese kein Ersatz für gesunde Ernährung sind. Ideal ist immer noch, fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag zu sich zu nehmen.“

Frage 8: Wie schafft man es, fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen?
Was zunächst nach genussfeindlichem Kasteien aussieht, funktioniert in Wahrheit ganz einfach: „Morgens ein Glas frischer Orangensaft, als Snack ein Apfel, mittags Pasta mit Gemüse-Sugo, nachmittags ein Joghurt mit Beeren und abends ein Vollkornbrot mit Gurken oder Paprika“, rät Expertin Kiefer. Sie können auch Tiefkühlkost verwenden: In schockgefrostetem Gemüse bleiben die Vitamine oft besser erhalten als in frischer Ware. Wichtig: Salat immer nur kurz abspülen, dann erst zerkleinern! Sonst werden wasserlösliche Biostoffe wie Vitamin C oder Folsäure zerstört.

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Alle 13 Schönmacher

Vitamin

Was es kann

Steckt in

pro Tag

A

Gut für Augen, Immunsystem, Haut

Leber, Butter Eigelb, Karotten, Aprikosen

0,8–1,0 mg

C

Schützt vor Infektionen und Krebs

Zitrusfrüchten, Sanddorn, Paprika

100 mg

D

Stärkt Zähne und Knochen

Meeresfisch, Leber, Käse und Sonne

5 µg

E

Jungbrunnen, schützt das Herz

Pflanzenölen, Nüssen, Avocados, Mais

12–14 mg

K

Zuständig für die Blutgerinnung

Kohl, Mangold, Lauch, Milch und Fleisch

60–80 µg

Folsäure

Schützt Embryos vor Missbildung

Kohl, Mangold, Lauch, Milch und Fleisch

60–80 µg

B1

Stärkt das Nervensystem

Vollkornprodukten, Kartoffeln, Fleisch

1,0–1,2 mg

B2

Wichtig für den Energiestoffwechsel

Milch, Fleisch, Fisch und Vollkorn

1,2–1,4 mg

B6

Gut für Nerven und Immunabwehr

Hühner-, Schweinefleisch, Fisch, Vollkorn

1,2–1,5 mg

B12

Wichtig für Wachstum & Blutbildung

Fleisch, Topfen, Eiern, Käse

3 µg

Biotin

Sorgt für schöne Haut und Haare

Soja, Vollkorn, Bananen, Eigelb, Spinat

30–60 µg

Niacin

Steigert Durchblutung, schützt Haut

Fleisch, Fisch, Milch und Eiern, Nüssen

13–16 mg

Pantothen

Kurbelt den Stoffwechsel an

Leber, Fleisch, Milch und Hülsenfrüchten

6 mg

Foto:(c)getty


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