01. Juli 2008 09:35

Tipps 

Erste Hilfe nach Insektenstichen

Wespen, Bienen, Gelsen und Co: Wir sagen Ihnen was Sie nache einem Insektenstich beachten müssen.

Erste Hilfe nach Insektenstichen
© sxc

Wespen, Bienen und Gelsen haben wieder Hochsaison. Stiche von Gelsen und Mücken sind einfach nur lästig, Bienen- und Wespenstiche hingegen sind nicht nur schmerzhaft, sondern können sogar tödlich sein, wenn der Gestochene auf Insektenstiche allergisch reagiert.

Immuntherapie
Trotz potenziell tödlicher Gefahr gehen nur wenige Betroffene zum Arzt: Nur jeder fünfte Allergiker lässt seine Beschwerden medizinisch beim Facharzt abklären. Nur fünf Prozent beginnen mit einer spezifischen Immuntherapie. Wichtig wäre das auch für Insektengift-Allergiker, die während der Sommermonate in erheblicher Gefahr schweben. Mehr als 80 Prozent jener Patienten, die sich per Immuntherapie behandeln lassen, haben später keine Probleme mehr.

Erste Hilfe nach dem Stich
1. Kühlen

Erste Maßnahme gegen Schmerzen ist kühlen. Geben Sie Eiswürfel oder ein kaltes Tuch auf die Stichstelle. Bleibt der Stachel stecken, sollte man ihn mit einer Pinzette entfernen.
2. Spucke
Speichel neutralisiert das Gift von Bremsen, Wespen, Hornissen und Hummeln. Geben Sie etwas Spucke auf die Stichstelle. Auch Zwiebel- oder Zitronenscheiben auflegen hilft.
3. Markierung
Ziehen Sie um die Einstichstelle mit Kugelschreiber einen Kreis. So erkennen Sie, ob sich die Quaddel vergrößert. Ist das der Fall, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Kommt es zu Schwindel, Übelkeit und Herzrasen, sollte unbedingt ein Notarzt gerufen werden. Denn dann handelt es sich um eine Insektengift-Allergie, der Betroffene benötigt umgehend medizinische Versorgung.

Test verschafft Klarheit
Viele Menschen wissen nicht, dass Sie auf Insektengift allergisch reagieren. Ein Test beim Arzt kann Klarheit verschaffen. Betroffene besitzen ein Notfall-Set und können im Ernstfall rasch reagieren.

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Tödlicher Stich
"Bei Allergikern setzt der Körper nach dem ersten Bienen- oder Wespenstich einen Abwehrmechanismus in Gang. Er rüstet auf und produziert Antikörper. Gelangt durch einen neuerlichen Stich wieder Gift in den Körper, werden diese Antikörper aktiviert und kämpfen gegen das an sich harmlose Gift an. Das Resultat dieser Abwehrreaktionen sind Schwellungen, Übelkeit, Schwindel und Benommenheit bis hin zu einem Kreislaufschock, der im schlimmsten Fall tödlich enden kann", erklärte Thomas Hawranek, Leiter der Allergie-Ambulanz an der Universitätsklinik für Dermatologie in Salzburg.

Akute Lebensgefahr
Fazit laut dem Experten: "Für alle, die bereits nach einem Insektenstich mit starken Symptomen am ganzen Körper reagiert haben, kann der nächste Stich lebensbedrohlich sein. Insektengiftallergiker sind daher in der warmen Jahreszeit ständig einer akuten Lebensgefahr ausgesetzt." Bei einer diagnostizierten schweren Insektengift-Allergie ist die "Allergieimpfung" die wirksamste Behandlungsmethode. Hawranek: "Die spezifische Immuntherapie bietet einen ausgezeichneten Schutz vor dem lebensgefährlichen allergischen Schock und stellt die einzige Möglichkeit dar, sich nachhaltig zu schützen."

92 von 100 Patienten "geheilt"
In einer vor kurzem publizierten Studie, in der die Langzeitwirkung der Immuntherapie untersucht wurde, konnte die langfristige und hohe Wirksamkeit dieser Behandlungsoption erneut belegt werden. Im Rahmen dieser wissenschaftlichen Untersuchung wurden 181 Patienten nach dreijähriger Therapie befragt, ob sie gestochen wurden und wie die Reaktionen darauf ausfielen. Bei 92 der 100 Patienten, die innerhalb dieser drei Jahre von einer Biene bzw. Wespe gestochen wurden, traten ausschließlich örtlich begrenzte Reaktionen wie Hautrötung, leichte Schwellung, Schmerzen etc. auf. Nur acht von ihnen hatten eine systemische (den ganzen Körper betreffende) Reaktion. Auch nach mehrmaligem Kontakt mit dem Insektengift konnte die anhaltende Wirkung der Allergie-Impfung nachgewiesen werden: 82,5 Prozent der Befragten, die wiederholt von einer Biene bzw. Wespe gestochen wurden, hatten keinerlei Beschwerden. Der Rest wies zwar eine systemische Reaktion auf, die jedoch stets deutlich geringer ausfiel als noch vor der Therapie.

200 Todesfälle pro Jahr
In der EU sterben in der Europäischen Union pro Jahr rund 200 Menschen aufgrund eines Insektenstichs. Bei der spezifischen Immuntherapie wird der Körper langsam das Insektengift gewöhnt. Zu Beginn bekommt der Patient einmal pro Woche eine geringe Dosis des Allergieauslösers in langsam steigenden Mengen unter die Haut gespritzt. Als Alternative kann die Anfangsbehandlung auch im Rahmen eines stationären Krankenhausaufenthalts innerhalb einer Woche durchgeführt werden. Die optimale Höchstdosis wird schließlich einmal alle vier bis acht Wochen injiziert. Nach drei Jahren liegt die Erfolgsquote üblicherweise zwischen 80 und 100 Prozent, oft wird die Therapie noch zwei weitere Jahre fortgeführt. Die Wirkung hält viele Jahre an und wird ausdrücklich auch für Kinder empfohlen. Die Therapiekosten der spezifischen Immuntherapie werden von den Krankenkassen


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