09. August 2007 12:40

Med-Forschung 

Gen für Restless-Legs entdeckt

Ein Forscher-Team hat drei Gene entdeckt, die für die "rastlosen Beine" verantwortlich sind. Auch die MedUni Wien ist beteiligt.

Gen für Restless-Legs entdeckt
© sxc

Die quälenden "rastlosen Beine" sind zumindest in ihrem genetischen Hintergrund zu einem guten Teil kein Rätsel mehr. Einem internationalen Forscherteam mit Beteiligung der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien am AKH gelang die Klärung der genetischen Ursachen des "Restless-Legs-Syndrome" (RLS), einer der häufigsten Ursachen für Schlaflosigkeit. Weltweit ist jeder 20. vom RLS betroffen, hieß es am Montag in einer Aussendung der Universität.

Internationales Forscherteam
"Wir waren an der Studie beteiligt. Federführend war das Institut für Humangenetik in München. Hinzu kamen Wissenschafter aus Kanada. Wir gehen davon aus, dass damit mehr als 50 Prozent der genetischen Variationen geklärt sind, die mit dem 'Restless-Legs-Syndrom' in Verbindung stehen. Es gibt aber sicher auch noch andere genetische Ursachen", sagte Dr. Alexander Zimprich von der Universitätsklinik für Neurologie.

Drei Gene an RLS beteiligt
Im Rahmen einer sogenannten Genom-weiten Assoziations-Untersuchung wurden 1.500 Patienten und 2.500 gesunde Probanden auf mehrere hunderttausend Genomvarianten untersucht. Den Forschern gelang es dabei, drei Gene zu identifizieren, die zweifelsfrei an der Entstehung von RLS beteiligt sind: MEIS1, BTBD9 und LBXCOR1. Der Wiener Wissenschafter: "Dabei handelt es sich um sogenannte Homeobox-Gene, die in der Embryonalentwicklung die Ausbildung ganzer Organe oder Organsysteme steuern. MEIS1 ist zum Beispiel ein Gen, das in der Entwicklung von Armen und Beinen eine Rolle spielt und auch für den Dopaminstoffwechsel in der Substantia nigra im Gehirn wichtig ist."

Dopaminhaushalt gestört
Das deutet schon mehr in Richtung "Restless-Legs-Syndrom" hin: Störungen im Dopaminhaushalt werden damit in Verbindung gebracht. Immerhin kann diese für die Betroffenen quälende Krankheit ja mit niedrig dosiertem Dopamin behandelt werden. Charakteristisch sind unwillkürliches Beinzucken in Ruhe, speziell in der Nacht.

Ursache für Schlafstörungen
Fast jeder 20. Mensch leidet weltweit unter dieser Krankheit, die eine der häufigsten Ursachen für schwere Schlafstörungen ist. Allein in Österreich gibt es fast eine halbe Million Betroffene. Die neuen Erkenntnisse - sie wurden in "Nature Genetics" online publiziert - werden dazu verwendet werden, die genauen Mechanismen hinter dem Syndrom zu klären. Genetische Tests auf ein Risiko dafür machen laut Zimprich keinen Sinn. Jeder Mensch hat ein fünfprozentiges Risiko, die Störung zu entwickeln. Durch die entsprechenden Genvarianten steigt die Gefahr dann eventuell auf 7,5 Prozent. Es müssen also noch viele andere Faktoren für den Ausbruch der Störung verantwortlich sein.


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