04. September 2007 10:09

Interview 

Gesund, satt und dünn

Ernährungsexpertin Sasha Walleczek bringt den Österreichern gesundes Essen bei. Ihre Tipps.

Gesund, satt und dünn
© ATV

Abnehmen ohne Diät klingt wie eine dieser leeren Werbebotschaftshülsen, die einem alles versprechen, was man sich wünscht, allerdings jeglicher realer Grundlage entbehren. Die Tatsache, dass mit ihrer Methode die Kilos purzeln, ohne dass man sich vor Hunger quält, hat die Ernährungsexpertin Sasha Walleczek so erfolgreich gemacht.

Ihr Buch Die Wallezcek-Methode hat mittlerweile die 17. Auflage erreicht und sich ganze 80.000 Mal verkauft. Und das Sendungsformat Du bist was du isst auf ATV haben durchschnittlich bis zu 144.000 Seher verfolgt. Im Interview spricht die erfolgreiche Ernährungsexpertin über ihre neue Sendung, erklärt die Grundregeln ihrer Methode und plaudert über neue Projekte.

ÖSTERREICH: Frau Walleczek, morgen startet Ihre neue Sendung auf ATV. Wodurch unterscheidet sich diese vom doch sehr erfolgreichen letzten Format?
Sasha Walleczek: Wir haben die Sendung einfach weiterentwickelt, haben neue Elemente eingebaut. So wird etwa das gemeinsame Einkaufen und das Analysieren der Einkaufskörbe ein neuer Fixpunkt sein. Außerdem werden die Kandidaten und die Zuseher mit noch mehr Informationen über Ernährung und gesundes Essen versorgt. Also auf welche Inhaltsstoffe bei Nahrungsmitteln zu achten ist und wie man „gute“ von „bösen“ Lebensmitteln unterscheiden kann.

ÖSTERREICH: Apropos gesundes Essen – Ihre Methode basiert ja auf abnehmen ohne Diät. Können Sie nochmal die Eckpfeiler erklären?
Walleczek: Idealerweise sollte man fünfmal am Tag essen. Und keine Mahlzeit auslassen, auch wenn man nicht hungrig ist. Dann eben nur eine Kleinigkeit, wie einen Apfel und vier Haselnüsse. Das gibt dem Körper das Signal: Mach dir keine Sorgen, du wirst toll ernährt, kein Grund also, Fett zu horten. Und ganz wichtig: Zu jeder Mahlzeit Eiweiß essen. Selbst Obst nicht ohne ein Stück Käse oder ein Joghurt essen. Denn Eiweiß macht satt und hilft, den Blutzucker auszugleichen.

ÖSTERREICH: Warum glauben Sie, begeistern Sie mit Ihrer Methode so viele Menschen?
Walleczek: Weil sie ganz simpel zum Merken und problemlos im Alltag umzusetzen ist. Kein Mensch will – um schlank zu bleiben – für den Rest seines Lebens nach Diätplan leben, Punkte zählen oder komplizierte Listen führen.

ÖSTERREICH: Sie stellen in jeder der kommenden sieben Folgen von „Sasha Wallezcek isst anders“ jeweils einen Mann und eine Frau mit Gewichtsproblemen vor. Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede?
Walleczek: Ja, Frauen setzen sich viel mehr mit ihrem Körper auseinander und sind aber auch viel unzufriedener. Männer reflektieren da eher wenig. Eines haben allerdings weibliche und männliche Kandidaten gemeinsam: Sie können gleich schlecht kochen. Deshalb haben wir auch das Thema kochen ausgebaut.

ÖSTERREICH: Woran liegt es, dass heutzutage viele Menschen nicht mehr kochen können?
Walleczek: In Österreich wurde immer traditionell mittags groß gekocht und abends kalt gegessen. Da das Mittagessen jetzt aber meist außer Haus, also in Kantinen oder Restaurants eingenommen wird, wird in den meisten Familien daheim einfach nicht mehr gekocht. Und die Menschen verlernen es zunehmend. Das versuche ich zu ändern.

ÖSTERREICH: Abseits von der neuen Staffel im TV, wie sehen Ihre nächsten Pläne aus?
Walleczek: Ich bin gerade dabei, ein neues Buch vorzubereiten. Es wird das passende Kochbuch zu meinem ersten Buch sein. Also etwa 90 Rezepte, die alle nach der Walleczek-Methode funktionieren. Und dann schauen wir mal, ob wir die Sendung weiterführen. Letztes Jahr haben sich 2.000 Kandidaten beworben.

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Die Faustregel
Die Basis jeder Hauptmahlzeit ist: eine Handfläche Eiweiß, maximal eine Faust Kohlenhydrate und mindestens zwei Fäuste Gemüse. Wobei zu beachten ist, dass Kartoffeln, Erbsen, Mais, rote Rüben und gekochte Karotten zu den Kohlehydraten zählen. Und das Obst zwar sehr viele Vitamine und Mineralien enthält, aber sich auch stark auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Deshalb nicht zu viel davon essen.

Oft essen
Fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen. Und wirklich keine auslassen.

Die 80/20-Regel
Machen Sie es 80 Prozent der Zeit richtig, dann können Sie 20 Prozent der Zeit tun und lassen, was Sie wollen. „Das Schöne daran“, so Sasha Walle­czek, „man wird sein Wunschgewicht und eine Verbesserung des Wohlbefindens auch dann erreichen, wenn man hin und wieder Ausnahmen macht.“


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