01. September 2010 11:34

Schulbeginn 

So klappt es mit der gesunden Jause

Gemeinsame Mahlzeiten: Vorbildfunktion der Eltern ist auch beim Essen gefragt.

So klappt es mit der gesunden Jause
© sxc

Mit dem Schulbeginn kommen bald wieder unangenehme Aufgaben auf die Eltern zu. Die Frage, ob und was den Zöglingen zum Frühstück gegeben werden soll, ist seit Jahren ein Dauerbrenner. Der Wiener Sozialmediziner Michael Kunze beruhigt und erklärte, dass "bis zu 40 Prozent der Kinder einfach nicht frühstücken wollen. Eltern sollten ja keinen Terror machen in der Früh." Ausweg aus dem Dilemma sei das altbewährte Jausenbrot.

Ordentliche Jause
Die Schüler sollen sich anziehen, Schultasche packen, auf die nächste Unterrichtsstunde vorbereiten: Die Stressbelastung in der Früh ist hoch und oft kommt das Essen zu kurz. Entweder weil die Kinder noch nicht bereit sind, etwas zu sich zu nehmen, oder weil schlicht und ergreifend die Zeit fehlt. Kunze rät daher nicht in "Panik auszubrechen, auch wenn das Kind mit leerem Magen das Haus verlässt. Der Ausweg sei einfach eine ordentliche Jause." Mütter und Väter würden zwar Gutes tun wollen, allerdings oftmals übers Ziel hinausschießen.

Brot und ein Stück Obst
In der ersten Pause komme dann meist ganz von selbst der Appetit. Ideal sei ein Brot mit Topfen oder Schinken und ein Stück Obst. Doch auch die Eigenverantwortung könnte gefördert werden, wenn Kinder selbst für ihre Versorgung verantwortlich gemacht werden. Doch dann bleibt das "uralte Problem" mit Schulbuffets. Ernährungstechnisch seien diese in den meisten Fällen nicht gut aufgebaut.

Vorbildfunktion der Eltern
Auf die Vorbildfunktion der Eltern wies die Ernährungsberaterin nach Traditionell Chinesischer Medizin (TCM), Claudia Nichterl, hin. Denn wie sollten Kinder die Wichtigkeit eines gesunden Frühstücks verstehen, wenn die Erwachsenen im Haus selbst nichts essen. "Der Tag beginnt viel entspannter und man kann sich in der Schule besser konzentrieren, wenn man sich gemeinsam die Zeit nimmt und 20 Minuten mit der Familie frühstückt. Das fördert auch das Familienleben", erklärte Nichterl. Doch die Hektik, die vor allem in der Stadt herrsche, lasse das oft nicht zu und es würde häufig beim Essen Zeit eingespart.

Energietanks auffüllen
Besonders für Heranwachsende sei es wichtig, die Energietanks, die sich in den Nacht entladen hätten, in der Früh mit hochwertigen Mahlzeiten zu füllen. So könnte den Schülern ein Apfelkompott mit Hirse als guter Start in den Tag angeboten werden, statt einer Semmel mit der bekannten Haselnusscreme. "Doch Essen soll niemals zum Kampf werden. Man soll die Vielfalt genießen", sagte Nichterl. So dürften am Wochenende ohne schlechtes Gewissen Marmeladen und süße Speisen am Frühstückstisch zu finden sein, wenn man unter der Woche gesund isst.

Gemeinsam aussuchen
Auf einen weiteren Aspekt und die Überforderung der Kinder in gewissen Situationen machte die Ernährungsberaterin aufmerksam. "Ein dreijähriges Kind ist überfordert, wenn man es fragt, was es essen will", so Nichterl. Laut TCM sind die Eltern für ihre Zögling bis etwa zehn, elf Jahre verantwortlich und sollten die Entscheidungen für sie treffen. Wobei die Vorlieben der Kinder immer miteinbezogen werden sollten. So könnte spielerisch ein Essensplan erstellt werden und jedes Familienmitglied darf sich seine Lieblingsspeisen an einem Tag aussuchen.


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