24. Juli 2009 10:24

Gefährlich 

Grillen: Fünf Verletzte täglich

Jeder zweite zieht sich Verbrennungen zu. Hohes Unfallrisiko durch spitzes Grillbesteck.

Grillen: Fünf Verletzte täglich
© sxc

Kulinarischer Genuss, aber auch hohes Unfallrisiko: Jedes Jahr müssen rund 1.000 Österreicher wegen Verletzungen beim Grillen im Spital behandelt werden. Im Sommer landen pro Tag fünf Personen mit Verbrennungen oder ähnlichem im Krankenhaus - geht man davon aus, dass es zu den Unfällen in der Grillsaison kommt, hat das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) vorgerechnet.

80 Prozent sind Männer
Unvorsichtiger oder einfach öfter am Griller anzutreffen als Frauen sind Männer: Rund 80 Prozent der Verletzten gehören dem starken Geschlecht an, die Hälfte der Barbecue-Opfer ist zwischen 20 und 40 Jahre alt, so das KfV. Der häufigste Grund für Grill-Unfälle wäre eigentlich leicht zu vermeiden: nämlich Ungeduld. Jeder zweite Verletzte zieht sich Verbrennungen zu, weil Spiritus oder Benzin aus Zeitgründen als Zündhilfen verwendet wird. Durch das Verdampfen auf den Kohlen kann es leicht zu Stichflammen kommen.

Spitze Gefahr
Gefahr droht auch durch das Grillbesteck: 16 Prozent ziehen sich beim Schneiden oder durch Gabelstiche offene Wunden zu. Mangelhafte Vorbereitung kann ebenfalls zu schmerzhaften Grillunfälle führen. Zu Knochenbrüchen (13 Prozent der Verletzten) sowie Sehnen- und Muskelverletzungen (7 Prozent) kommt es häufig, wenn Grill-Meister über Kohlensäcke, Holzstöße oder Gartenmöbel stolpern.

Sicherheitsvorkehrungen
"Zum Grillen braucht man ausreichend Platz und Ordnung", mahnte Anton Dunzendorfer vom KfV. Grundvoraussetzung ist daher ein ebener Standplatz und ein stabiles Gerät, damit kein plötzliches Umfallen droht. Der Griller sollte aufgrund der Brandgefahr auch nicht auf trockenem Gras stehen. Brennbare Materialien wie Servietten, Pappteller und Plastikbecher sollten in sicherer Entfernung aufbewahrt werden, auf die Windrichtung bzw. möglichen Funkenflug sollte man ebenfalls achten.

Weitere wichtige Tipps: Niemals in geschlossenen Räumen oder unter Sonnenschirmen grillen. Sichere Zündhilfen weisen die Norm-Bezeichnung "ÖNORM EN 1860" bzw. "DIN 66358" auf. Keinesfalls dürfen Ölofen-Anzünder verwendet werden, die giftige Rauchinhaltsstoffe enthalten. Weitere Präventionstipps gibt es auf der Internetseite http://www.brandverletzt.info .


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