11. September 2009 08:27

Influenza 

Wenig Österreicher lassen sich impfen

Impfmuffel: Unter elf europäischen Ländern bei der saisonalen Grippe an vorletzter Stelle.

Wenig Österreicher lassen sich impfen
© Getty Images

Wie sich die A(H1N1)-Influenza-Pandemie in Österreich in Herbst und Winter entwickeln wird, ist noch ungewiss. Gewiss ist, dass sich die Österreicher schon gegen die normale saisonale Influenza kaum impfen lassen. In der Saison 2007/2008 waren es bei den über 65-Jährigen nur 37 Prozent, bei den jüngeren Menschen mit einem Gesundheitsrisiko gar nur 19 Prozent. Österreich bekleidete damit unter elf europäischen Staaten den drittletzten bzw. vorletzten Rang. Dies geht aus einer neuen Umfrage, welche von der Gruppe der europäischen Vakzine-Hersteller veranlasst wurde.

Durchimpfungsrate niedrig
Die Befragung mit rund 20.000 Probanden in elf Ländern wurde von Thomas Szucs vom Institut für Sozialmedizin der Universität Zürich durchgeführt. In den vergangenen Jahren ging man in Österreich von einem Impfschutz der Österreicher gegen die Influenza von generell nur um die zwölf Prozent aus. Die Daten zu den Senioren (mehr als 65 Jahre), diese Personen sollten eigentlich alle jährlich gegen die Influenza immunisiert werden (WHO-Ziel bis 2010 - 75 Prozent Durchimpfungsquote):

1. Großbritannien: 78 Prozent
2. Frankreich: 69 Prozent
3. Spanien: 67 Prozent
4. Irland: 65 Prozent
5. Deutschland: 61 Prozent
6. Italien: 60 Prozent
7. Finnland: 54 Prozent
8. Portugal: 51 Prozent
9. Österreich: 37 Prozent
10. Tschechien: 32 Prozent
11. Polen: 16 Prozent

Im Vergleich zur Influenza-Saison 2006/2007 gab es kaum Veränderungen. In Großbritannien erhöhte sich die Durchimpfungsrate allerdings von 70 auf 78 Prozent. In Österreich blieb sie bei den über 65-Jährigen gleich.

Bei den unter 65-Jährigen mit einem zusätzlichen Gesundheitsrisiko - vor allem chronisch Kranke - lag Österreich bei der Influenza-Durchimpfungsrate in der Saison 2007/2008 mit Tschechien an vorletzter Stelle:

1. Großbritannien: 54 Prozent
2. Italien: 42 Prozent
3. Spanien: 41 Prozent
4. Frankreich: 38 Prozent
5. Portugal: 33 Prozent
6. Deutschland: 28 Prozent
7. Irland: 26 Prozent
8. Finnland: 24 Prozent
9. Österreich: 19 Prozent
10. Tschechien: 19 Prozent
11. Polen; 11 Prozent

Spitalspersonal: Nur wenige geimpft
Wer offenbar im Rahmen einer Influenza-Welle "garantiert" infiziert werden will, sollte am besten seinem Arzt, einer Krankenschwester oder einem Spitalsarzt die Hand schütteln: Die waren nämlich quer über Europa hinweg nur zu einem Anteil zwischen 29 Prozent (Großbritannien) und neun Prozent (Polen) gegen die saisonale Influenza geimpft. Österreich lag mit 22 Prozent hier im Mittelfeld, hier konnte der Anteil um fünf Prozentpunkte gegenüber dem Vergleichszeitraum 2006/2007 gesteigert werden.

Wie es 2009/2010 weitergeht, ist völlig unklar. Immerhin sollten sich die Menschen einerseits gegen die normale saisonale Influenza immunisieren lassen, andererseits wahrscheinlich auch zwei Impfungen gegen die Pandemie bekommen. Allerdings nur für den Fall, dass genug Vakzine da ist.

Nächste Seite: Das sollten Sie über die Grippeimpfung wissen

Im Herbst und Winter hört man wieder an jeder Ecke ein lautes "Hatschi!". Erkältungen mit Halsschmerzem, Husten und Fieber sind aber oft nur Vorboten der gefährlichsten Krankheit der kalten Jahreszeit, der Influenza. Die Grippeimpfung bietet Schutz vor dieser "echten Grippe", die bei ansonsten gesunden Menschen zu schwerer Krankheit mit teilweiser Bettlägrigkeit führen kann.

Jedes Jahr
Alle Jahre wieder kommt die Grippewelle und fesselt tausende Menschen ans Bett. Die echte Influenza ist dabei nicht mit dem einfachen Schnupfen zu verwechseln. Eine "echte Grippe" ist viel seltener und kann die Gesundheit ernsthaft bedrohen.

Da in jeder Saison ein anderes Grippevirus kursiert, muss die Impfung für dauerhaften Schutz jährlich wiederholt werden. Die Grippeimpfung schützt Sie nicht vor dem sogenannten "grippalen" Infekt, einer Erkältungskrankheit.

Wer sollte sich impfen lassen?
- Menschen im Alter über 60 Jahren

- Personen mit chronischen Grundkrankheiten (insbesondere Herz- oder Lungenerkrankungen, Asthma, Diabetes, Nierenversagen)

- Patienten mit angeborener oder erworbener Abwehrschwäche einschließlich HIV-infizierte Personen

- Personen mit Krebserkrankungen

- Personen mit beruflichem Infektionsrisiko, also Ärzte, Schwestern und anderes Personal im Spitalsbereich, aber auch in ärztlichen Ordinationen und Ambulatorien, sowie Personal von Pflegeheimen und mobile Krankenschwestern

- Personen mit Kontakt zu Risikopersonen

- Schwangere

- Kinder, besonders bei Kontakt zu Risikopersonen

- Interkontinental-Reisende

- Personal mit häufigem Publikumskontakt

Gibt es Nebenwirkungen?
Normalerweise wird die Impfung gut vertragen. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Hautreaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, Schwellung und Schmerzen. Im Fall einer besonders starken Immunreaktion kann es zu leichtem Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie einem allgemeinen Krankheitsgefühl kommen.


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |