07. Dezember 2009 09:52

Dr. Google 

Gruselkabinett für Hypochonder

Im Internet finden sich mehr Krankheiten, als Überängstlichen gut tut

Gruselkabinett für Hypochonder
© sxc

Das Internet ist für Hypochonder eine quälende Fundgrube. Das bestätigt Birgit Mauler, leitende Psychologin der Christoph-Dornier-Klinik in Münster: "Wer ein unspezifisches Symptom eingibt, landet schon nach ein paar Klicks bei schweren Krankheiten", sagt sie in der "Apotheken Umschau".

Symptome
"Man neigt dazu, sich erst mal das Spektakulärste anzusehen - schon weil man das Schlimmste ausschließen möchte." Menschen, die unter der steten Angst leben, selbst harmlose Symptome könnten Zeichen für eine ernste Krankheit sein, werden damit in ihren Sorgen nur bestärkt. Allerdings "macht" das Internet keine Hypochonder, sagt Mauler, sondern es verstärke die Anlage dazu.

Hilfe suchen
Betroffene berichten, dass auch "alte Medien" wie etwa die Tageszeitung für sie gefährlich sind. In der Hochphase seiner Hypochondrie brauchte er nur die Zeitung zu überfliegen, um blitzschnell Wörter wie "Krebs" oder "Vogelgrippe" zu finden, erzählt ein Patient. Weil Hypochondrie gern belächelt wird, ist es für Betroffene schwer, sich dazu zu bekennen und Hilfe in einer Psychotherapie zu suchen.

Fünf wichtige Tipps für den sinnvollen Umgang mit dem World Wide Web:

- Bedenken Sie, dass eine Suchmaschine allein nicht alle Informationen zu einem Thema bereithält. Nutzen Sie neben dem bekanntesten Anbieter Google auch andere wie Yahoo, Yasni oder MSN.

- Der Austausch in Foren mit anderen Usern kann zunächst hilfreich sein. Schließen Sie aber von Einzelschicksalen nicht auf sich selbst, da jeder Krankheitsverlauf anders ist.

- Achten Sie immer auf das Impressum, das auf jeder Website vorhanden sein muss: Schauen Sie nach, wer für die Inhalte verantwortlich ist und ob die Informationen von einem glaubhaften Absender wie einem wissenschaftlichen Institut oder einer fragwürdigen Quelle wie zum Beispiel aus privater Hand bzw. einem Anbieter mit kommerziellen Interessen stammen.

- Bei einer Erkältung können Sie sich durchaus im Internet über diverse Hausmittel informieren. Dauern die Symptome jedoch an, sollten Sie in jedem Fall Ihren Hausarzt aufsuchen.

- Nur ein Arzt kann mit seinem Fachwissen und medizinischen Untersuchungsmöglichkeiten eine endgültige Diagnose erstellen. Wichtig: Die eigene Online-Suche kann in keinem Fall den Arztbesuch ersetzen.


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