24. September 2008 10:10

Familiengeschichte 

Gute oder schlechte Gene?

Asthma, Krampfadern oder Osteoporose: Diese Fragen sollten Sie Ihrer Mutter zum Thema Familiengesundheit stellen.

Gute oder schlechte Gene?
© sxc

Die langen Beine von der Mutter, die schönen braunen Augen vom Vater: Manche vererbten Dinge erkennt man am ersten Blick. Aber wie sieht es in puncto Familiengesundheit aus? Wissen Sie ob in Ihrer Familie jemand zuckerkrank ist? Gab es Fälle von Osteoporose oder Asthma? Wir sagen Ihnen, was Sie über Ihre Familiengeschichte wissen sollten und wie Sie bei einer Vorbelastung gezielt vorbeugen können. Diese Fragen sollten Sie Ihren Eltern stellen:

Gibt es in unsere Familie ein Herzinfarkt-Risiko?
Eine Veranlagung für Gefäßererkrankungen wie Herzinfarkt oder auch Schlaganfall ist erbbar. Ärzte sprechen von einer familiären Vorbelastung, wenn Vater oder Bruder vor dem 55. Lebensjahr einen Infarkt hatten bzw. Mutter oder Schwester vor dem 65. Lebensjahr. Das erhöht das eigene Risiko um bis zu 50 Prozent. Sie sollten wissen, ob Ihre Eltern wegen hohen Cholesterinwerten oder hohem Blutdruck in Behandlung sind, denn das sind die Hauptrisikofaktoren für Gefäßerkrankungen.
Das können Sie tun:
Lassen Sie Ihre Cholesterinwerte kontrollieren und legen Sie auch besonderes Augenmerk auf Blutdruck und Blutzuckerspiegel. Vollwertige Ernährung, genügend Bewegung, wenig Stress und soziale Kontakte lassen das Infarktrisiko deutlich sinken.

Hattest du Probleme mit der Schilddrüse?
Wenn Mutter oder Vater an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden, steigt auch Ihr Risiko diese Erkrankung zu erben. Typische Anzeichen dafür sind: unerklärliche Gewichtsschwankungen, ständige Antriebslosigkeit, Haarausfall, einschlafende Hände, Gereiztheit, depressive Verstimmungen, Panikattacken. Die Symptome sind jedoch so unterschiedlich, dass die Krankheit oft ganz lange nicht erkannt wird.
Das können Sie tun:
Lassen Sie den TSH-Wert bestimmen. TSH ist das Hormon, das die Schilddrüse steuert. Bei einer Unterfunktion ist dieser Wert erhöht. Mit Hormontabletten kann man leicht gegensteuern.

Ist unserer Familie jemand zuckerkrank?
Wenn blutsverwandte zuckerkrank sind, steigt auch Ihr Risiko, diese Krankheit geerbt zu haben. Sind Mutter oder Vater zuckerkrank, steigt das Risiko um 30 bis 40 Prozent. Haben beide Diabetes, ist es sogar um 60 bis 70 Prozent erhöht, wenn weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung dazukommen.
Das können Sie tun:
Ab dem 35. Lebensjahr sollte man alle zwei Jahre einen Blutzuckertest machen. Wenn Sie übergewichtig sind, sollten Sie bereits vorher einen Blutzuckertest machen lassen. Auch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten kann zur Vorbeugung helfen: achten Sie auf Normalgewicht, essen Sie möglichst fettarm und ballaststoffreich und sorgen Sie für ausreichend Bewegung.

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Hat jemand in unserer Familie Krampfadern?
Hat Ihre Mutter oder Ihr Vater Krampfadern, haben auch Sie eine Veranlagung dazu. Besonders betroffen sind davon Frauen. Erben kann man zudem bestimmte genetische Defekte, die die Blutgerinnung beeinflussen und generell das Risiko stark erhöhen, eine Thrombose zu bekommen. Hatten bereits mehrere Familienmitglieder ein Blutgerinnsel, könnten Sie auch dieses Risiko geerbt haben.
Das können Sie tun:
Sie können einen Gerinnungstest machen lassen. Außerdem können Sie einige Risikofaktoren gezielt vermeiden: Übergewicht, Pille und langes Sitzen. Gehen, Walken, Schwimmen und Radfahren sind bei schwächelnden Venen besonders effektiv.

Ist jemand an unserer Familie an Krebs erkrankt?
Krebs ist meistens nicht vererbt, bei fünf bis zehn von hundert Brustkrebspatientinnen sind aber tatsächlich angeborene Gendefekte schuld. Hat man die geerbt, liegt das eigene Brustkrebsrisiko bei 65 bis 85 Prozent, auch das Risiko für Eierstockkrebs ist dann erhöht. Vererbung spielt auch beim Darmkrebs eine ernstzunehmende Rolle: Bei 10 Prozent der Patienten liegt er in der Familie.
Das können Sie tun:
Gehen Sie regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen! Bei Früherkennung haben Sie gute Heilungschancen.

Hat jemand in der Familie Osteoporose?
Osteoporose trifft vor allem Frauen. Leiden Mutter, Tante oder Oma (oder aber auch der Vater) unter brüchigen Knochen, verdoppelt sich das eigene Risiko. Meistens tritt die Krankheit erst ab den Wechseljahren auf, der Knochenschwund aber fängt schon früher an. Man kann ihn aufhalten, wenn man frühzeitig aktiv wird.
Das können Sie tun:
Auch hier ist ausreichend Bewegung besonders wichtig. Optimal sind zweimal die Woche Krafttrainig.
Auch Kalzium ist wichtig: Gute Kalziumlieferanten sind Milchprodukte und grünes Gemüse. Ebenso wichtig für die Knochengesundheit: Vitamin D. Tageslicht kurbelt die körpereigene Vitamin-D-Produktion an, im Winter empfehlen sich Vitamin-D-Tabletten aus der Apotheke.

Hat jemand in unserer Familie Allergien?
Reagieren Eltern oder Geschwister überempfindlich auf Stoffe wie Pollen oder Milch, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass auch bei Ihnen eine Allergie dahintersteckt. Ärzte sprechen dann von einer Atopie, das ist die genetisch bedingte Bereitschaft, entweder Heuschnupfen, allergisches Asthma, Neurodermitis oder eine Lebensmittelallergie zu bekommen.
Das können Sie tun:
Machen Sie einen Allergietest! Bei positivem Ergebnis können Sie mit einem Facharzt über "Hyposensibilisierung" sprechen. Bei Verdacht auf Asthma zeigt ein Lungenfunktionstest, ob die Leistung der Lunge eingeschränkt ist.


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