09. Oktober 2008 09:55

Natürlich heilen 

Hausmittelchen gegen Schnupfen

Heilen ohne Chemiekeulen: Mit Kräutern, Rettich und Zwiebel gesund durch Herbst und Winter.

Hausmittelchen gegen Schnupfen
© sxc
Hausmittelchen gegen Schnupfen
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"Hatschi" - Willkommen in der Schnupfen- und Grippesaison. Eine unangenehme Sache, doch dagegen ist ein Kraut gewachsen. Mehrere Kräuter sogar, zum Beispiel Salbeiblätter, Roter Sonnenhut und Thymian. "Mit Kräutern kann einerseits vorgebeugt, andererseits auch geholfen werden, wenn man bereits krank ist", erklärte Kräuterexpertin Gerti Haas von der steirischen Therme Bad Waltersdorf. Auch der schwarze Rettich und Zwiebel haben richtig eingesetzt eine heilende Wirkung.

Salbei
Salbeiblätter können gekaut oder in flüssiger Form eingenommen werden. Eine Ur-Tinktur ist in der Apotheke erhältlich. Das gesunde Grünzeug hilft nicht nur, wenn der Schnupfen bereits da ist, sondern wirkt auch vorbeugend. "Wenn man merkt, dass es im Hals zu kratzen anfängt, dann sollte Salbei mehrmals täglich genommen werden", erklärte Haas. Die Blätter töten die Bakterien und Viren in den Schleimhäuten ab. Ebenfalls kauend oder als Tinktur verwendet werden kann der Rote Sonnenhut, auch bekannt unter dem lateinischen Namen "Echinacea". Die Steirerin empfahl, zur Flüssigkeit zu greifen, da deren Wirkung besser sei.

Thymiankraut
Schleimlösend und entkrampfend für die Bronchien wirkt das Thymiankraut, aus dem sich sehr einfach ein Öl erzeugen lässt. "Thymiankraut mit Olivenöl vermischen und sechs Wochen in der Sonne stehen lassen", erklärte Haas den Herstellungsprozess. Die Mixtur wird auf die Brust gerieben. Haben Husten und verstopfte Nase noch nicht Einzug gehalten, empfahl sie, das Riechorgan mit einer Salbe aus Thymiankraut einzureiben. "Die Abwehr der Schleimhäute wird damit gestärkt." Thymiankraut kann auch inhaliert werden, dadurch schwillt die Schleimhaut ab und der Schleim wird gelöst.

Lindenblüten
Wohl der Klassiker unter den gesund machenden Hausmittelchen ist der Lindenblütentee. "Bei Fieber wirkt er schweißtreibend und entgiftend", weiß die Kräuterexpertin. Bei Husten wird der zähe Schleim gelöst, die Bronchien entkrampft und das Abhusten erleichtert. Damit es erst gar nicht zu erhöhten Temperaturen kommt, dafür sorgen einige Tropfen Propolis am Tag. Das von Bienen produzierte Kunstharz mindert die Infektanfälligkeit. Da der Naturstoff sehr bitter schmeckt, sollte er mit einem Schwarzbrot eingenommen werden. "Langsam kauen", riet Haas, "weil Propolis antibakteriell wirkt." Das Bienenprodukt gibt es in der Apotheke und beim Imker zu kaufen.

Rettich mit Honig
Zwar kein "Kräutl" aber wirklich wirksam bei Husten ist der Rettich: Mit Honig lässt sich aus dessen Saft sehr leicht ein Sirup herstellen, der "ein tolles vorbeugendes Schnupfenmittel ist". Dazu wird der Rettich ausgehöhlt und mit Honig halbvoll gefüllt. Rübe und Inhalt langsam erhitzen, so dass sich der Saft vom Rettich mit dem Honig vermischt. Den Sirup in eine Flasche füllen und im Kühlschrank kalt lagern. "Jeden Tag sollte ein Löffel voll genommen werden", empfahl die steirische Kräuterexpertin.

Zwiebel gegen Husten
Auch die Zwiebel hilft bei Husten, Halsweh und Heiserkeit. "Zwiebeltee mit Honig schmeckt grauslich, aber wirkt wunderbar", so die Steirerin. Das Getränk kann sehr einfach selbst hergestellt werden: Den Zwiebel anrösten, mit heißem Wasser aufgießen, kurz aufkochen lassen und anschließend mit Honig süßen. Dann heißt es "abwarten und Tee trinken" - bis eine gesundheitliche Besserung eintritt.


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