11. Februar 2008 11:03

Selbsttherapie 

Heilen mit der Kraft der Hände

in Shin Jyutsu. Im Handumdrehen gesund: Die japanische Heilmethode hilft gegen Alltagsleiden jeder Art. Wir zeigen Ihnen, wie sie funktioniert!

Heilen mit der Kraft der Hände
© sxc

Kennen Sie das? Bei Müdigkeit oder Erschöpfung stützen wir unseren Kopf auf die Hände. Oder wenn wir uns an etwas zu erinnern versuchen, greifen wir uns automatisch an die Stirn. Bei Kopfschmerzen fassen wir uns an die schmerzende Stelle. All diese Handgriffe kommen nicht von ungefähr – wir wissen intuitiv, was uns selbst gut tut. Auf diesen Kenntnissen basiert auch eine alte japanische Heilkunst, das Jin Shin Jyutsu. Felicitas Waldeck, Autorin des Buches Jin Shin Jyutsu – Schnelle Hilfe und Heilung von A bis Z durch Auflegen der Hände, erklärt: „Jeder von uns nutzt fast täglich unbewusst diese asiatische Heilmethode.“

Comeback
Trotz ihrer großen Wirksamkeit, war die jahrtausendalte Selbsttherapie weitgehend in Vergessenheit geraten. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie in Japan neu entdeckt und von der Amerikanerin Mary Burmeister in den Fünfzigerjahren in den Westen gebracht. Mittlerweile gibt es weltweit unzählige Jin-Shin-Jyutsu-Lehrer, die ihr Wissen über die fernöstliche Heilmethode Interessierten weitergeben oder Therapiesitzungen anbieten.

Selbsthilfe
Setzen wir unsere intuitiven Kenntnisse nach der bewährten Heilkunst bewusst ein, so können wir schon alleine durch das Halten eines bestimmten Fingers oder das Auflegen der Hände kleinere Beschwerden selbst heilen. Wichtig: Es wird dabei kein Druck ausgeübt, sondern es reicht, die Hände einfach nur auf die richtige Stelle zu legen. So wird Stress abgebaut, Schmerzen werden gelindert oder Blockaden gelöst – Sie haben Ihr Wohlbefinden also selbst in der Hand.

Punkt für Punkt gesund
Wie bei der Akupressur geht Jin Shin Jyutsu von der Theorie aus, dass Energiebahnen durch unseren Körper laufen. Kommt es zu Blockaden, treten Beschwerden wie etwa Kopfweh auf. Durch sanftes Berühren der Energiepunkte werden die körpereigenen Energieströme wieder zum Fließen gebracht. „Die Grundlage für Jin Shin Jyutsu sind die 26 Energieschlösser, die auf beiden Seiten des Körpers verteilt sind und in Verbindung mit bestimmten Organen und Gefühlsregungen stehen“, so Waldeck. Leiden Sie beispielsweise an Kopfschmerzen, so legen Sie Ihre Hände einfach rechts und links vom Scheitel an. Aber auch für viele andere Krankheiten oder Beschwerden gibt es ganz einfache Übungen, die Sie zu jeder Zeit und an jedem Ort selbst durchführen können.

Tägliche Grundübung
Um erst gar nicht krank zu werden, rät Felicitas Waldeck zu einer vorbeugenden Anwendung der Heilmethode: „Ideal wäre es, wenn Sie jeden Tag eine Stunde lang Jin Shin Jyutsu anwenden.“ Die wichtigste Übung, um Blockaden vorzubeugen und den Energiefluss im Laufen zu halten, ist das Stimulieren des Zentralstroms. Hierzu liegen die Finger der rechten Hand auf der Kopfmitte, während die linke Hand von der Stirn, über den Nasenrücken, das Schlüsselbein, die Brust, den Rippenbogen, den Oberbauch bis hin zum Schambein wandert. Zum Schluss geht die rechte Hand an das Steißbein. Tipp: Halten Sie die Positionen bei jeder Jin-Shin-Jyutsu-Übung nur so lange es bequem ist – mindestens jedoch zwei bis drei Minuten.

Selbst ist die Frau
Sie können die Heilmethode natürlich auch von einem Praktiker durchführen lassen. Eine Sitzung dauert zwischen 30 und 60 Minuten. Die Anzahl der erforderlichen Sitzungen hängt vom jeweiligen Problem ab. Wer sich jedoch an unsere Übungen hält, kann sich in jeder Alltagssituation selbst helfen: Beim Warten auf den Bus, auf der Couch vor dem Fernseher oder sogar in der Arbeit. Fazit: Das Erlernen und die Anwendung von Jin Shin Jyutsu sind sehr einfach – die Wirkungen jedoch immens!


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