27. Juni 2008 09:53

Giftkeule 

Heimische Erdbeeren mit Pestiziden belastet

Steirische AK kritisiert fehlende Summengrenzwerte. Angst vor Schimmel mobilisiert Chemie-Keule.

Heimische Erdbeeren mit Pestiziden belastet
© sxc

Die heimischen Erdbeerbauern greifen doppelt so oft zur chemischen Keule wie spanische Produzenten: Das ist das alarmierende Ergebnis eines Tests der steirischen AK, dem neun Stichproben aus Lebensmittelketten zugrunde liegen. Alle Proben wiesen Pestizidrückstände auf, die roten Früchte waren mit bis zu acht Chemikalien verunreinigt, die vor allem aus Angst vor Schimmelpilzen zur Anwendung kommen.

Nur zwei Proben rückstandsfrei
Das Lebensmittellabor Analyticum hatte im Auftrag der Arbeiterkammer bereits Ende April eine Analyse-Reihe durchgeführt, damals jedoch an spanischen Erdbeeren. Nur zwei der neun Proben waren rückstandsfrei. Dass dieses schlechte Ergebnis von heimischen Produkten noch getoppt wird, hätte niemand gedacht. "Niederschmetternd", so AK-Sprecherin Susanne Bauer: "Keine einzige Probe war frei von Pestiziden, insgesamt wurde mit 47 gefundenen Rückständen doppelt so oft Chemie eingesetzt wie bei den spanischen Erdbeeren mit 24 Pestiziden."

8 verschiedene Mittel eingesetzt
m kräftigsten belastet waren laut AK Erdbeeren, die bei den Lebensmittelketten Spar (acht Pestizide) und Hofer (sieben) gekauft worden waren. In praktisch allen Proben wurden verschiedene Mittel gegen Pilzbefall (Cyprodinil, Fludioxonil und Pyraclostrobin) gefunden.

Summengrenzwerte festlegen
Aus Sicht des Konsumentenschutzes sei daher erneut auf fehlende rechtlich festgelegte Summengrenzwerte bei Pestiziden hinzuweisen, so Bauer. Zwar blieben die einzelnen Pflanzenschutzmittel unter den jeweils vorgeschriebenen Höchstwerten, eine mögliche additive Wirkung bei mehreren Pestiziden der gleichen Wirkungsklasse sollte das Gesundheitsministerium auf den Plan rufen, erklärt die AK-Expertin.


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