25. Juni 2009 10:19

Allergien 

Henna-Tattoos sind nicht unbedenklich

Gesundheitsministerium warnt vor Allergien durch Henna-Tattoos. Neue Infobroschüre des BMG liegt zur Hauptreisezeit am Flughafen auf.

Henna-Tattoos sind nicht unbedenklich
© sxc

Hautmalereien aus schwarzem Henna zählen seit einigen Jahren zu den beliebtesten Urlaubssouvenirs. Immer mehr Urlauber lassen sich als Andenken Hände, Füße, Arme oder Rücken mit einer Tuschzeichnung aus Henna, einem "Henna-Tattoo", verzieren. Das böse Erwachen kommt für viele meist zwei Wochen nach der Rückkehr, wenn die Zeichnung bereits verblasst ist: vor allem junge Menschen entwickeln immer häufiger schwere ekzematische Reaktionen mit nicht absehbaren Folgen bis hin zu lebenslangen Allergien. Eine soeben erschienene Broschüre des Gesundheitsministeriums informiert über Gefahren und Risiken von Henna-Tattoos. Den ganzen Sommer lang wird diese Broschüre am Flughafen Wien-Schwechat aufliegen.

Informieren
Gesundheitsminister Alois Stöger unterstrich, wie wichtig ihm diese Form des Konsumentenschutzes ist. "Man sollte ausreichend über die Risiken informiert sein, ehe man im Urlaub seine Haut mit Henna färben lässt. Unsere Broschüre soll vermeidbares Leid und Schmerzen verhindern. Und dazu beitragen, dass die Menschen nur schöne Erinnerungen aus dem Urlaub mit nach Hause bringen", erklärte Stöger.

Die Broschüre wird ab dem ersten Wiener Ferienwochenende am Flughafen Schwechat bei allen Buchungsschaltern und in der Abflughalle aufliegen. Darüber hinaus kann diese auch im Online-Bestellservice des BMG, bzw. via broschuerenservice@bmg.gv.at sowie unter der Telefon-Nr. 0810/81 81 64 kostenfrei bestellt werden.

Was in Henna-Farben enthalten sein darf, ist grundsätzlich EU-weit geregelt. PPD (p-Phenylendiamin) - ein Inhaltsstoff, der häufig in dunkleren Hennafarben vorkommt, gehört nicht dazu, da er bekannt dafür ist Allergien auszulösen. Doch gerade dieser Inhaltsstoff findet sich an vielen Urlaubsorten in der Farbmischung für Henna-Tattoos.

Allergische Reaktionen
Problematisch ist, dass allergische Reaktionen meist erst zeitversetzt auftreten. Wenn in den Hennafarben das allergieauslösende PPD vorkommt, erfolgt durch das Sommertattoo eine Sensibilisierung. Beim nächsten Kontakt mit dem Allergen (z.B. Fahrradreifen, bestimmten Taschen und Kleidungsstücken, Autolenkrädern etc) kann dann eine Hautreaktion folgen. Wenn dazwischen ein längerer Zeitraum verstrichen ist, wird meist der Zusammenhang mit dem Tattoo nicht mehr gesehen. Die Hautreaktion (juckende, nässende, manchmal sehr schmerzende Hautekxzeme ) kann damit nicht effektiv behandelt werden und die Betroffenen wissen dann meist auch nicht, was sie dann - zeitlebens - meiden müssen.

Idealerweise sollten Henna-Tattoos überhaupt gemieden werden, sofern nicht definitiv ausgeschlossen werden kann, dass der Färbstoff PPD enthält. Speziell bei Urlauben in der Türkei, Tunesien und Ägypten ist besondere Vorsicht geboten.


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