04. Juni 2010 09:21

Fußball-WM 

Torjubel kann das Herz gefährden

Menschen mit Vorerkrankung sollten sich bei WM nicht zu sehr aufregen.

Torjubel kann das Herz gefährden
© dpa

Starke emotionale Anspannung und Gefühlsausbrüche beim Fußballschauen können die Gefahr eines Herzinfarktes deutlich erhöhen. "Insbesondere bei Spielen der eigenen Mannschaft steigt die Belastung für das Herz-Kreislaufsystem. Sowohl große Freude als auch Ärger bewirken die Ausschüttung von Stresshormonen, die tödliche Herzrhythmusstörungen oder einen Infarkt auslösen können", warnt der Vorsitzende des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen, Norbert Smetak, angesichts der bald beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft.

So kündigt sich ein Herzinfarkt an

Lieber ruhig angehen
Wer eine Vorerkrankung des Herzens hat, sollte die Fußballabende daher lieber ruhig angehen und sich nicht zu stark in den Bann des Spiels ziehen lassen, rät Smetak: "Wenn man merkt, dass das Spiel sehr starke emotionale Regungen verursacht, kann es helfen, einfach für einige Minuten den Ton abzustellen und den Raum mit dem Fernseher zu verlassen, um sich bewusst zu machen, dass es nur ein Spiel ist, bei dem es - sachlich betrachtet - letztlich egal ist, wer gewinnt."

Dreifach höheres Risiko
Studien zur Zeit der WM in Deutschland haben gezeigt, dass das Risiko für einen Herzinfarkt während eines Spiels und danach um beinahe das Dreifache erhöht war. Durch die steigende Spannung in den Finalrunden und das Elfmeterschießen steigt die Gefahr im Verlauf des Turniers sogar noch an.

Alkohol und Rauchen
"Viel Alkohol und Rauchen können sich dabei ebenfalls sehr negativ auswirken. Die Einschränkung des Konsums von Bier und Zigaretten tragen dazu bei, die Gefährdung durch einen tödlichen Herzanfall zu verringern", sagt Smetak. Männer sind stärker gefährdet als Frauen.

Aufregung vermeiden
Menschen mit Herzschwäche oder vorangegangenem Herzinfarkt erleiden bei emotionalen Ausbrüchen leichter einen Herzanfall und sollten deshalb übermäßige Aufregung ganz grundsätzlich vermeiden. "Bei Anzeichen eines Infarktes wie zum Beispiel Enge in der Brust, Schmerzen, die in den Arm ziehen sowie Atemnot, Schwitzen und starker Angst muss sofort der Notarzt gerufen werden", sagt der Kardiologe.


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