08. April 2009 09:49

Rheuma 

Hilfe bei Gelenksschmerz

Mehr als 80.000 Österreicher leiden an "chronischer Polyarthritis", darunter immer mehr jüngere Frauen. Eine neue Therapie bringt Hilfe.

Hilfe bei Gelenksschmerz
© sxc

Die Krankheit beginnt meist schleichend und wird nach wie vor bagatellisiert. Rund 80.000 Österreichern aber nimmt die chronische Polyarthritis jegliche Form von Lebensqualität. Die Betroffenen leiden unter Schmerzen und Schwellungen der Gelenke und sind in Alltag und Beruf stark eingeschränkt. „Die Krankheit trifft besonders Frauen“, so Omid Zamani, Leiter des Rheuma-Zentrums Favoriten.

Immunsystem
Die genaue Ursache der chronischen Polyarthritis ist nach wie vor nicht bekannt. Verantwortlich für den Entzündungsprozess ist eine Fehlleitung des Immunsystems, das den eigenen Körper attackiert. Genau hier setzt eine völlig neue Therapie an: Das innovative Medikament RoActemra bremst den Entzündungsfaktor Interleukin-6.

Neue Therapie
Das neue Präparat, das jetzt auch in Österreich zugelassen ist, gehört zu der Gruppe der „TNF-Blocker“ – spezielle Antikörper, die im Körper Entzündungen hemmen.

RoActemra wird allein oder in Kombination mit klassischen Medikamenten als Infusion verabreicht. „Wir haben den neuen Wirkstoff im Rahmen unserer Studien eingesetzt und gute Erfolge zu verzeichnen“, erklärt Josef Smolen, Leiter der Abteilung für Klinische Rheumatologie am AKH.

Rechtzeitig handeln
Früherkennung und Therapie sind bei chronischer Polyarthritis von großer Bedeutung. Denn unbehandelt hat die rheumatische Erkrankung eine äußerst schlechte Prognose. Bei Schmerzen oder Schwellungen der Gelenke, die länger als sechs Wochen anhalten, sollte auf alle Fälle ein Facharzt für Rheumatologie konsultiert werden. Weitere Symptome: Müdigkeit, erhöhte Temperatur, Morgensteifigkeit und Ruheschmerz der Gelenke.

"Frühe Therapie ist wesentlich"
ÖSTERREICH: Was genau steckt hinter „chronischer Polyarthritis“?
Omid ZAMANI: Chronische Polyarthritis gehört zu den rheumatischen Erkrankungen. Die genaue Ursache dafür kennen wir nicht. Aber wir können mit Medikamenten den Entzündungskreislauf durchbrechen. Antikörper blockieren jene Zytokine im Blut, die Entzündung und damit Schmerz aktivieren.

ÖSTERREICH: Nun gibt es eine neue Therapie...
Zamani: Der Fortschritt liegt darin, dass innovative Therapien jetzt die Zellen des Immunsystems, die ja im Körper auch eine Aufgabe erfüllen, ganz gezielt blockieren.

ÖSTERREICH: Ist die Krankheit heilbar?
Zamani: Derzeit noch nicht. Aber sie ist heute behandelbar. Ohne Therapie schreitet chronische Polyarthritis voran und hat eine sehr schlechte Prognose. Daher sollte man möglichst früh zum Facharzt gehen.


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