14. Juli 2010 09:11

Vorsicht im Sommer! 

Auch beim Planschen droht Hitzschlag

Viel trinken und pralle Sonne meiden. So schützen Sie Ihr Kind vor der Hitze.

Auch beim Planschen droht Hitzschlag
© sxc

Hochsommerliche Temperaturen sorgen nicht nur für Badefreuden, vor allem kranke Menschen, Ältere, aber auch Kinder leiden unter der Hitze. Experten geben Tipps, damit die Kleinen die heißen Tage gut überstehen.

Warum vertragen Kinder Hitze schlechter als viele Erwachsene?
Die Wärmeregulation funktioniert bei Kindern noch nicht so gut. Bis zur Pubertät schwitzen sie nicht so stark wie Erwachsene und vor allem Säuglinge produzieren noch nicht ausreichend Schweiß, der zur Kühlung des Körpers notwendig ist. Erst ab etwa fünf Jahren ist bei Kindern eine optimale Wärmeregulation entwickelt.

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Wie viel müssen Kinder trinken?
Grundsätzlich sollten Drei- bis Sechsjährige täglich etwa 0,8 Liter trinken, Sieben- bis Neunjährige 0,9 Liter und Zehn- bis Zwölfjährige einen Liter. An heißen Tagen steigt der Flüssigkeitsbedarf: Ab dem ersten Lebensjahr sollten Kinder dann bis zu einem halben Liter zusätzlich trinken, vom zweiten bis vierten Lebensjahr einen halben bis 0,7 Liter mehr und zwischen vier und sieben Jahren bis zu einem Liter zusätzlich. Über Siebenjährige sollten bis 1,3 Liter mehr am Tag zu sich nehmen. Tee, Wasser oder verdünnte Fruchtsäfte sind geeignete Durstlöscher. Zuckerreiche Limonaden dagegen sorgen für noch mehr Durst. Babys, die gestillt werden, brauchen in der Regel keine zusätzliche Flüssigkeit.

Die besten Tipps gegen die Hitze

Können Kinder trotz Hitze im Freien spielen?
Grundsätzlich ja, aber die pralle Sonne vor allem zwischen 11.00 und 16.00 Uhr sollte gemieden werden. Besser ist es, morgens und am späteren Nachmittags draußen zu spielen. Ab Außentemperaturen von 30 Grad Celsius sollten Kinder möglichst keinen Sport mehr treiben, vor allem keine Ausdauersportarten.

Wie schütze ich mein Kind am besten vor der Sonne?
Empfohlen wird leichte Baumwollkleidung, unbedingt ein Sonnenhut und gründliches Eincremen. Experten raten zu Sonnenschutzmitteln mindestens mit Lichtschutzfaktor 30. Das Mittel sollte immer wieder neu aufgetragen werden. Gefährlich ist es, wenn Kinder sich längere Zeit in der prallen Sonne im Wasser aufhalten. Denn die direkte Sonnenbestrahlung auf den Kopf kann zu Bewusstseinsstörungen durch Hitzschlag führen. Zudem reflektiert das Wasser die Sonne, was einen Sonnenbrand an Kopf und Oberkörper verursachen kann. Nach 30 Minuten Planschen sollten sich Kinder daher für eine Stunde in den Schatten zurückziehen.

Was ist beim Autofahren zu beachten?
Kinder sollten im Sommer keinesfalls allein im Auto zurückgelassen werden. Das gilt auch für kurze Toilettenstopps an der Autobahn. In der prallen Sonne heizen sich Autos schnell auf: Die Temperatur im Innenraum kann um ein Grad pro Minute steigen - auf bis zu 70 Grad. Vor allem für kleine Kinder kann das mit einem Kreislaufkollaps und im schlimmsten Fall tödlich enden.

Kinder beim Lüften, Baden oder Grillen nie aus den Augen lassen!
Kinder sollten beim Baden nie unbeaufsichtigt bleiben. Der bei Hitze verlockende Gartenteich oder Pool sollte notfalls mit einem Zaun oder einem Gitter gesichert werden, sonst könnte er zur tödlichen Falle werden. Beim Lüften der Wohnung sollten Kinder wegen der Sturzgefahr nie allein im Zimmer oder auf dem Balkon bleiben. Beim Grillen sollten Kinder mindestens fünf Meter auf Abstand gehalten werden. Das gilt besonders beim Anzünden des Grills, denn durch Verpuffung des Grillanzünders können meterhohe Stichflammen entstehen.

Erste Hilfe bei einem Hitzschlag:
- Bringen Sie den Betroffenen an einen kühlen Ort, lagern Sie ihn mit erhöhtem Oberkörper und öffnen Sie seine Kleidung.

- Kühlen Sie den überhitzten Körper langsam ab. Hierzu bringen Sie Feuchtigkeit, z.B. mit feuchten Tüchern, auf die Haut und lassen sie durch Luftfächeln auf dem Körper verdunsten. Der Körper wird so auf natürliche Weise gekühlt. Mit kühlen Getränken können Sie Ihre Maßnahme zusätzlich unterstützen.

- Bei Bewusstlosigkeit entsprechende Maßnahmen durchführen und den Rettungsdienst rufen (Notruf).


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