24. Jänner 2007 09:49

Magen und Darm 

Hören Sie auf Ihren Bauch

Gesundheit geht durch den Magen. Nahrung ist unser Treibstoff, aber sie kann uns auch krank machen.

Hören Sie auf Ihren Bauch
© (c) buenos dias

Aber es schmeckt doch so gut! Kaffee, Torte, Wurst und andere üppige Nahrungsmittel sind Feinde unseres Körpers. Jeder zweite Europäer über 50 leidet an den Folgen jahrzehntelanger Lebensgewohnheiten und entwickelt Gastritis. Jeder Vierte leidet unter Folgen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Und dramatisch: Jährlich erkranken 5.000 Österreicher an Dickdarmkrebs. Diese Krebsart betrifft Frauen und Männer, ist aber bei Früherkennung gut heilbar. Hier finden Sie die häufigsten Bauchprobleme – und Wege, um nie mehr darunter zu leiden.

Gastritis
Sie bleibt lange unerkannt und quält nach dem Essen mit Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit oder lästigem Geschmack im Mund. Diese Entzündung der Magenschleimhaut kann durch Bakterien entstehen, und meist ist auch der Alltag des Patienten mitbeteiligt: Viel Stress, noch mehr Nikotin, Kaffee und schwere Mahlzeiten sind Gift für den Magen. Er produziert zu viel Säure, diese verätzt die Schleimhäute und führt zu chronischen Entzündungen. Im schlimmsten Fall wachsen sogar Magengeschwüre, die operiert werden müssen.

Schonung. In leichten Fällen hilft Fasten mit anschließender Schonkost: Zwieback, zerquetschte Bananen und Reisschleimsuppen können in Verbindung mit Heilschlamm und Kamillentee zur Genesung führen.

Sodbrennen
Fast jeder erlebte schon einmal den brennenden Schmerz, der in den Hals oder Rachen ausstrahlen kann. Sehr oft tritt Sodbrennen bei nervösem Magen auf – oft die Folge von zu viel Stress. Aber auch starker Konsum von Kaffee, Alkohol oder Zigaretten in Kombination mit fetten, stark gewürzten, sauren oder süßen Speisen können die unangenehmen Symptome auslösen.

Vorbeugung
Ungesunde Nahrungs- und Genussmittel müssen gemieden werden. Außerdem sollte man immer in aufrechter Haltung essen, abends weniger verdrücken und stets mehrmals hintereinander schlucken. Lockere Kleidung und viel Bewegung entlasten den Magen.

Darmkrebs
Dr. Siegfried Meryn ist Internist und Vorsorgeexperte in Wien. Er warnt: „Der Lebensstil und die erbliche Belastung sind entscheidend für die Entstehung von Magen-, Darm- und Dickdarmkrebs.“ Meryn empfiehlt folgende Ernährungsgewohnheiten:

Gesund essen
Wir müssen täglich Ballaststoffe zu uns nehmen, um eine gesunde Verdauung zu ermöglichen. Vollkornbrot, Müsli, Leinsamen, Haferflocken, aber auch viel Gemüse gehören täglich auf den Speiseplan. Insgesamt sollten täglich fünf Portionen Obst und Gemüse verdrückt werden, ein Apfel oder ein Glas frisch gepresster Orangensaft zählen bereits als eine Portion! Zwei- bis maximal fünfmal pro Woche sollte Fleisch gegessen werden, greifen Sie öfter zu Fisch. Und nicht vergessen: Täglich 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken – sonst können die Speisen nicht gut verdaut werden.

Die Sünden
Der Internist kennt die Ernährungsgewohnheiten vieler Patienten, bevor sie vom Schicksal zu einer Besinnung gezwungen werden: „Die meisten essen zu fett, zu süß, zu kalorienreich – und trinken dann auch noch zu viel Alkohol dazu.“ Auch Transfette und verkohltes Grillgut sind Gift für unseren Körper.

Vorsorge
Dr. Meryn empfiehlt ab dem 40. Lebensjahr die kostenlose Vorsorgeuntersuchung. Jeder 17. Österreicher erkrankt im Laufe seines Lebens an Darmkrebs. Bei Früherkennung haben die Patienten beste Aussicht auf Erfolg.

Mehr Informationen bei der Krebshilfe: www.krebshilfe.net oder Telefon: 01/796 64 50

Claudia Schanza, Oliver Schönsleben


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