31. August 2007 17:46

Pharmakonzerne 

Hustenmittel vom Markt genommen

Rezeptfreie Husten-Medikamente wurden vom Markt genommen. Betroffen davon sind auch Arzneimittel in Österreich.

Hustenmittel vom Markt genommen

Mehrere Pharmahersteller haben wegen eines geringen nun festgestellten Risikos von Herzrhythmusstörungen ihre clobutinolhaltigen Medikamente gegen Reizhusten weltweit vom Markt genommen. Betroffen davon sind auch Arzneimittel in Österreich und Deutschland, so zum Beispiel von Boehringer Ingelheim und Ratiopharm. Es handelt sich um rezeptfreie Medikamente.

Clobutinol seit 40 Jahren verwendet
Ein weiterer Vertrieb und die Anwendung des Wirkstoffs sei medizinisch nicht vertretbar, erklärte das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am Freitag. Es ordnete für Deutschland ein Ruhen der Zulassung für alle clobutinolhaltigen Produkte an. Das nicht verschreibungspflichtige Clobutinol wird seit mehr als 40 Jahren zur Behandlung von trockenem Reizhusten eingesetzt.

Herzrhythmusstörungen
Aufgrund der weltweiten Markterfahrung seit 1961 mit geschätzten 200 Millionen Patientenbehandlungen sowie der Gesamtauswertung aller verfügbaren Sicherheitsdaten hätte Clobutinol bis zum jetzigen Zeitpunkt als gut verträglich gegolten, hieß es in einer Aussendung von Boehringer Ingelheim. Neue Ergebnisse einer klinischen Studie an Gesunden, die von dem deutschen Konzern durchgeführt und jetzt analysiert wurde, wiesen darauf hin, dass bei Einnahme von Clobutinol mögliche Herzrhythmusstörungen nicht ausgeschlossen werden können. Zwar werde Risikopotenzial als sehr gering beurteilt, doch angesichts des Anwendungsgebietes (trockener Reizhusten) sowie der Verfügbarkeit anderer Behandlungsmöglichkeiten hätte man sich zur dem Schritt entschlossen.

"Silomat" in Österreich
In Österreich wurde Clobutinol von Boehringer Ingelheim unter dem Markennamen "Silomat" als Tropfen, Dragees und Hustensaft rezeptfrei in Apotheken verkauft. Patienten werden ersucht, die Arzneimittel nicht mehr einzunehmen und sich bei ihrem Arzt oder Apotheker nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten zu erkundigen. Spätfolgen sind keine zu befürchten. Ähnliches teilte der Generika-Hersteller Ratiopharm mit.


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