15. Juni 2009 11:07

Energie-Rezept 

Was Kinder stark macht

Power-Kids: Was sollen Kinder essen und was schwächt sie?

Was Kinder stark macht
© sxc

Kleine rote Heuschnupfennasen, Ärmchen voll juckender Hautausschläge oder gar schlimme Asthma-Attacken: Immer mehr Kinder in Österreich leiden an Allergien. „Eltern wenden sich deshalb häufig an mich. Zu diesem Thema besteht großer Informationsbedarf“, bestätigt die Wiener Ernährungswissenschafterin Claudia Nichterl.

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Aus diesem Grund hat Nichterl ein praktisches Rezeptbuch verfasst, in dem sie verrät, wie man das Immunsystem der Kinder auf natürliche Weise stärken und dadurch Allergien und andere Krankheiten vermeiden kann. „Eine allzu einseitige, nährstoffarme Ernährung kann selbst bei gesunden Kindern zu Beschwerden führen“, so die Expertin. Wir wollten nun genau wissen, was auf die Teller der Sprösslinge soll.

Frau Doktor, Ihre Rezepte sind stark beeinflusst von der Fünf-Elemente-Ernährung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Was hält Kinder denn nun wirklich gesund?
Claudia Nichterl: Das Entscheidende laut TCM-Lehre ist ein harmonisches Zusammenspiel der drei Organebenen Niere, Verdauungstrakt und Lunge. Und um das zu erreichen, sollten Kinder vorwiegend gekochte Nahrung essen. Rohkost und kalte Mahlzeiten kühlen den Verdauungstrakt aus und verhindern dadurch die Aufnahme wichtiger Nährstoffe. Das ist vor allem für Babys und Kleinkinder sehr wichtig.

Was schädigt das Immunsystem noch?
Nichterl: Zur Stärkung des kindlichen Verdauungstraktes sollten auch Südfrüchte sowie die Säfte daraus gemieden werden. Und ganz schlecht ist die Kombination von „zu süß“ und „zu kalt“ : Damit sind vor allem Milchprodukte gemeint, die stark gesüßt sind, wie etwa fertige Topfendesserts oder Fruchtjoghurts.

Fruchtjoghurt gilt doch als sehr gesund...
Nichterl: Industriell gefertigte Produkte sind meist viel zu süß. Die bessere Alternative sind gekochte Getreidesorten wie Polenta mit Fruchtmus oder auch selbst gemixte Naturjoghurts mit Obst.

Wie kann man das Immunsystem der Kinder noch stärken?
Nichterl: Aufbauend wirkt Wurzelgemüse (Karotten, Pastinaken), Kartoffeln, Kompott aus Äpfeln und Birnen, Haferporridge oder Fencheltee.

Die Rezepte, die Sie in Ihrem neuen Ratgeber vorstellen, enthalten oft ausgefallene Getreidesorten wie etwa Quinoa...
Nichterl: Quinoa ist mittlerweile auch in Drogeriemärkten erhältlich. Es ist eine der proteinreichsten Getreidesorten, die wir kennen, und enthält viel Eisen, Zink, Kalzium, Magnesium und Vitamin B.

Klingt alles wunderbar. Aber was mache ich, wenn mein Kind Gemüse oder Getreide partout verweigert?
Nichterl: Ich halte – im Gegensatz zu anderen Experten – nicht viel davon, den Kindern gesundes Obst oder Gemüse unterzujubeln. Tricksen Sie die Kids nicht aus! Sie sollen merken, was sie essen, und ihren Geschmack entwickeln – auch wenn dabei vielleicht eine Zeit lang das Gemüse zu kurz kommt. Es geht nicht darum, den Kindern das „richtige“ Essen vorzusetzen, sondern mit ihnen gemeinsam die Welt des Genießens zu entdecken.

Wie kann ich mein Kind dennoch für gesunde Zutaten begeistern?
Nichterl: Kinder lieben kräftige Farben: Tomaten, Karotten, Zucchini oder Kürbis lassen sich gut zu cremigen Soßen verarbeiten, die zu Nudeln oder Reis passen. Außerdem mögen Kinder klare Strukturen: Die meisten bevorzugen eine Trennung der Zutaten auf dem Teller – also die Erbsen neben dem Reis und nicht etwa Risi-Pisi.

Soll man Kinder mit dem Essen spielen lassen?
Nichterl: Ab und zu sollten Sie das dürfen: Zum Beispiel Erbsen zählen oder einen Turm aus Karotten bauen. Kinder basteln auch gerne: Lassen Sie sie bei der Zubereitung der Speisen mithelfen. Man kann zum Beispiel ein Clowngesicht auf ein Weckerl machen. Selbst Kreiertes schmeckt Kindern meist besser – und es macht sie stolz.

Fast alle Kinder lieben Süßes...
Nichterl: Das stimmt. Deshalb werden auch süß schmeckende Gemüsesorten wie Fenchel, Zuckermais, Kürbis oder süßlich schmeckendes Brot wie Pumpernickel meist gerne gegessen. Auch wichtig: Achten Sie auf eine angenehme Atmosphäre bei Tisch. Essen soll Spaß machen und nicht in K(r)ampf ausarten!

Buchtipp: Dr. Claudia Nichterl ist TCM-Ernährungsberaterin. In ihrem neuen Ratgeber Das starke Kind (av Buch, um 19,90 Euro) verrät sie die besten Rezepte für ein starkes Immunsystem. www.essenz.at

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Zum Frühstück
Bananen-Sesam-Porridge

Zutaten: Für 2–3 Portionen:
100 g Haferflocken, 500 ml Milch, 2 TL Tahin (Sesammus), 2 TL Ahornsirup oder Honig, 1 Banane, 1 Prise Zimt
Zubereitung: Milch aufkochen. Haferflocken einrühren und unter Rühren weiterköcheln, bis das Porridge dickflüssig ist. Mit Sesammus und Honig anrichten. In Schüsseln anrichten. Banane in dünne Scheiben schneiden und auf dem Porridge verteilen. Mit Zimt bestreuen und servieren.

Für Pause und Park
Gemüse-Sticks mit Avocadoaufstrich

Zubereitung: Eine reife Avocado schälen und mit der Gabel zerdrücken. Mit dem Saft einer Zitrone vermischen und mit etwas Salz abschmecken. Eine Tomate fein hacken und unter den Aufstrich mischen. Dazu passen Sticks aus Karotten, Gurken oder Kohlrabi. Außerdem ideal für zwischendurch: Nüsse und Trockenfrüchte.

Mittags
Quinoa-Salat

Zutaten: Für 5 Portionen: 250 g Quinoa (Getreide), Saft einer Zitrone, 400 ml Wasser, 250 g Erbsenschoten, 2 Bund Radieschen, 150 g Schafkäse, 1 Knoblauchzehe , 4 EL Olivenöl, 6 EL Essig, Salz, Pfeffer, Kresse.
Zubereitung: Quinoa mit Zitronensaft und Wasser 15 Min. kochen und 5 Min. quellen lassen. Erbsenschoten blanchieren. Radieschen vierteln, Schafkäse würfeln. Mit Quinoa vermischen. Knoblauch fein hacken. Mit Marinade aus Essig, Öl, Salz und Kresse unter den Salat mischen.

Abends
Rote-Rüben-Suppe

Zutaten: Für 3 bis 4 Portionen: 2 Rote Rüben,1 EL Olivenöl, 1/2 Zwiebel, Pfeffer, 1 Prise Kümmelpulver, 600 ml Wasser (oder Gemüsebrühe), Salz, 1 Apfel
Zubereitung: Rüben schälen und würfeln. Zwiebel fein hacken und mit Rüben in Olivenöl kurz dünsten. Mit Pfeffer und Kümmel würzen und mit Wasser aufgießen. Apfel geschält und gewürfelt zur Suppe geben und alles 30 Minuten weich kochen. Suppe pürieren und dann abschmecken.


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