02. Juni 2008 10:35

Durchbruch 

Impfstoff gegen Lungenkrebs entwickelt

Ein neuartiger Impfstoff soll bösartige Tumorzellen der Lunge mithilfe des körpereigenen Immunsystems lokalisieren und zerstören.

Impfstoff gegen Lungenkrebs entwickelt

Die Impfung ist im Gegensatz zu anderen Schutzimpfungen nicht präventiv, geimpft werden nicht gesunde, sondern bereits an Lungenkrebs erkrankte Menschen. Ziel der Impfung ist es, das Immunsystem scharf zu machen, damit die Immunzellen anschließend den Krebs attackieren und vernichten. Den Patienten wird dabei ein gentechnisch produziertes Protein aus Lungenkrebszellen in den Oberarm injiziert, welches vom Immunsystem sofort als gefährlich erkannt wird. Dieses setzt daraufhin sofort Kampfstoffe und Abwehrzellen frei, die den Krebs auffressen.

Wirksam gegen Rückfälle
Zum Einsatz kommt der Impfstoff speziell bei Patienten, die nach operativer Entfernung des Tumors vor einem Rückfall geschützt werden sollen. Laut Untersuchungen könnte die Rückfallquote durch die Impfung sogar um rund 30 Prozent gesenkt werden. Ein weiterer Impfstoff, der in fortgeschrittenen Krebsstadien helfen soll, befindet sich derzeit noch in der Testphase.

Keine unrealistischen Hoffnungen
Laut Dr. med. Hans-Joachim Gebest vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg sollte die Impfung bei Patienten jedoch keine übertriebenen Hoffnungen wecken. Wirksam ist die Impfung nur bei einem bestimmten Tumortyp, nämlich dem nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom, welches sich immerhin bei acht von zehn Krebspatienten findet.

Ausbreitung entscheidend
Ein wichtiger Faktor für die Heilung ist die Ausbreitung des Tumors und der Metastasen. Je früher eine bösartige Veränderung erkannt wird, desto größer sind die Helungschancen. Abhängig von der konkreten Situation wird dann zuerst operiert oder medikamentös behandelt. Die Wirksamkeit des Impfstoffs ist durch alle bisher vorliegenden Untersuchungen bestätigt worden. Erhältlich ist er vorerst an ausgewählten Zentren in Deutschland.


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