07. Oktober 2008 09:35

Info-Tag 

Leben mit Krebs

Krebs im Wandel: Von der akuten zur chronischen Erkrankung. Info-Tag am Samstag in Wien.

Leben mit Krebs
© sxc
Leben mit Krebs
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Rund 35.000 Österreicher erkranken pro Jahr an Krebs. "Die Krankheit hat sich im Antlitz gewandelt", so Christoph Zielinski, Koordinator der Initiative "Leben mit Krebs". Vor wenigen Jahren sei Krebs noch die zweithäufigste Todesursache in westlichen Ländern gewesen - mittlerweile sei man dahin gekommen, dass Patienten damit leben können.

Der "Krebstag 2008" findet am kommenden Samstag bei freiem Eintritt von 11.00 bis 17.00 Uhr im Festsaal des Wiener Rathauses statt. Weitere Informationen und das Programm sind unter www.leben-mit-krebs.at abrufbar.

Immer mehr Therapiemöglichkeiten
In den vergangenen Jahren hätten die therapeutischen Möglichkeiten zugenommen, so dass aus einer akuten Erkrankung eine chronische geworden sei, so Zielinski. Bei Brustkrebs z. B. sei die Lebensdauer von sechs bis neun Monaten auf "viele Jahre" gestiegen. Allerdings seien auch die Medikamente teurer - weil spezieller - geworden; Betroffene hätten meist mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Viele entsprechende Hilfesuchende bestätigte auch Helga Häupl-Seitz, Präsidentin des Ehrenkomitees "Flora - Wienerinnen gegen Brustkrebs".

Österreich gut bei Früherkennung
In Österreich, speziell in Wien, sei man gut aufgestellt, erklärte Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (S). "In Österreich werden 28 Prozent mehr Erkrankungen in einem noch behandelbaren Stadium erkannt als anderswo", zitierte sie eine Studie des Karolinska-Instituts. Am schlechtesten würde dabei Großbritannien abschneiden: "Ein Jahr nach der Diagnose leben im Vereinten Königreich noch 30 Prozent der Patienten, nach drei Jahren 18 und nach fünf Jahren 15 Prozent." In Österreich hingegen seien es nach einem Jahr 50, nach drei Jahren 40 und nach fünf Jahren 20 Prozent.

Österreich liege mit Aufwendungen von rund 3,5 Mio. Euro pro 100.000 Einwohner deutlich über dem EU-Schnitt von etwa 2,6 Mio. Euro, aber auch unter dem Höchstwert von rund 4,4 Mio. Euro in Frankreich. Allerdings sei es zu wenig zu sagen, es gebe das Angebot: Man müsse die Menschen auch dort abholen, wo sie seien, so Wehsely

Krebstag bietet Überblick
Der Krebstag bietet einen Überblick über Früherkennungs- und Therapiemöglichkeiten. Schwerpunkte sind u. a. Brust- und Darmkrebs: Während die meisten weiblichen Betroffenen in Österreich an Brustkrebs leiden, steht laut Zielinski bei den Männern Lungenkrebs an erster Stelle - und bei beiden Geschlechtern zusammen der Darmkrebs. Wichtig sei auch, darüber zu informieren, dass man "gemeinsam an neuen Medikamenten und Therapien forschen muss" und es etwas Gutes sei, an wissenschaftlichen Studien teilzunehmen, so Ulrich Jäger von der Medizinischen Universität Wien.

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Foto: (c) sxc


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