20. März 2009 08:07

Sonne ohne Reue 

Jetzt ab zum Hautarzt!

Sommersprossen, Flecken und Muttermale: So können Sie erkennen, ob ihre Haut gesund ist. Machen Sie den Test!

Jetzt ab zum Hautarzt!
© sxc

Im März ist die Sehnsucht nach der Sonne schon sehr groß. "Alle Menschen - vor allem Kinder - brauchen sie, um gesund zu sein", sagte Greta Nehrer, Fachärztin für Plastische Chirurgie aus Wien. Ungeschützter Haut kann die Sonne aber schwer schaden.

Hautschäden
UV-Licht dringt in die Haut ein und wird dort absorbiert. Die Lichtenergie führt zu Veränderungen im Zellstoffwechsel. "Alle bekannten Effekte der UV-Strahlung mit Ausnahme der Vitamin D-Produktion sind Ausdruck eines fototoxischen Schadens", erklärte Nehrer. Auch die Bräune ist nur ein Mechanismus, mit dem sich die Haut abzuschirmen versucht: Es wird die Bildung von Pigment angeregt, das sich als Schutz gegen das Eindringen der UV-Strahlen in den Zellen ablagert. Bis dieser Schutz aufgebaut ist, dauert es fünf bis sieben Tage.

Hautkrebs
Wenn die Reparaturmechanismen wegen Überforderung versagen, können UV-Schäden zu Hautkrebs führen. Plattenepithelkarzinome (weißer Hautkrebs) entstehen an chronisch exponierten Stellen wie Gesicht und Handrücken. Das Melanom (schwarzer Hautkrebs) tritt meist in den typischen Sonnenbrandarealen auf dem Rücken und den Beinen auf.

Falten und Co.
Durch Zellschäden und die Entstehung freier Radikale ist das UV-Licht wichtigster Beschleunigungsfaktor für die Hautalterung. Dabei nimmt das Kollagen in der Haut ab, die Zunahme von Elastin führt zur Verdickung und Erschlaffung, Falten entstehen. Es kommt zu einer scheckigen Pigmentierung und Altersflecken. Gefäßerweiterungen werden als diffuse Hautrötungen an Wangen und Dekollete sichtbar. "Alle negativen Auswirkungen des UV-Lichtes auf die Haut können durch Sonnenschutz verhindert oder hinausgezögert werden", sagte die Ärztin.

Kinder besonders gefährdet
Kinder sind besonders gefährdet: "Oft werden in der Kindheit jene Sonnenschäden erworben, die beim erwachsenen Menschen in Form von Hyperpigmentierung, vorzeitiger Hautalterung oder, im schlimmsten Fall, Hautkrebs auftreten", sagte Greta Nehrer. "Bis zu ihrem dritten Lebensjahr sollten Kinder daher nie ungeschützt starker, direkter Sonne ausgesetzt werden. Es ist ratsam, sie zusätzlich zur Lotion auch mit T-Shirt und Hut zu schützen."

Der richtige Schutz
Ab dem sechsten Lebensmonat sei ein Produkt mit physikalischem Filter geeignet. "Die Mikropigmente bilden eine Schutzschicht auf der Haut und ziehen nicht in das Gewebe ein. Das ist für Kinder eine sehr schonende Lösung." Chemische Filter, wie sie die EU im Sinne eines gleichwertigen UVA- und UVB-Schutzes generell empfiehlt, sollten erst ab dem Kindergartenalter verwendet werden, riet Simone Presto von Beiersdorf. Der Bereich Babys und Kleinkinder bilde eine Ausnahme von der an sich sinnvollen EU-Empfehlung.

Gut auftragen
Sonnenschutz muss reichlich aufgetragen werden. Die empfohlene Menge, nach der sich auch der angegebene Schutzfaktor richtet, liegt bei zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Körperoberfläche. Das sind rund sieben Kaffeelöffel. Nur wiederholtes Auftragen erhält den Schutz. Eine Familie mit zwei Kindern würde so eine ganze Flasche pro Tag verbrauchen. In der Praxis verwenden die Konsumenten laut Studien aber höchstens die Hälfte der empfohlenen Menge.

Nächste Seite: Sind meine Muttermale gefährlich?

Sind Sommersprossen gefährlich? Welche Muttermale sollte man von einem Facharzt überprüfen lassen? Und Wie kann man Muttermale unterscheiden? Mit einem einfachen ABCD-Test können Sie selbst einen Muttermal-Check durchführen. Trotzdem sollten Sie Ihre Muttermale regelmäßig von einem Hautarzt überprüfen lassen!

Sommersprossen und Altersflecken
Altersflecken und Sommersprossen entstehen überall dort, wo besonders viel Sonne hinkommt. Sie gehören zu den gutartigen Pigmentstörungen und treten vor allem am Handrücken und im Gesicht auf. Besonders hellheutige Menschen mit roten oder blonden Haaren bekommen Sie früher als andere. Wenn der Sommer vorbei ist verschwinden Sommersprossen wieder, Altersflecken bleiben.

Abstehende Muttermale
Wenn ein Muttermal erhaben ist, und stark hervorsteht, kann es im Alltag oft störend sein. Zum Beispiel am Rücken oder anderen Stellen, wo Kleidungstücke ständig reiben. Hier kann es durch die Reizung zu bösartigen Veränderungen und im Extremfall zu Hautkrebs kommen. Lassen Sie Ihre Muttermale regelmäßig von einem Hautarzt kontrollieren!

Woher kommen Muttermale?
Wenn ein Elternteil viele Muttermale hat, dann bekommen auch die Kinder viele. Aber auch Menschen, die in der Kindheit häufi in der Sonne waren, haben später viele Muttermale. Damit keine bösartigen Veränderungen entstehen, sollten Menschen mit dieser Veranlagung im Sommer mit hohem Lichtschutzfaktor vorbeugen und die agressive Mittagssonne meiden.

Mit einfachen vier Regeln Muttermale checken
Um möglichst früh Hautkrebs zu erkennen, soll folgendes beachtet werden. Muttermale können sich in Form, Farbe und Größe verändern. Deshalb sollten alle, die viele Muttermale haben regelmäßig beobachten, ob Veränderungen stattfinden. Mit diesem einfachen Test, können Sie selbst feststellen, ob sich Zellen aus dem Muttermal bösartig verändert haben. Ist lediglich ein Kriterium erfüllt, ist das zwar noch kein gefährliches Anzeichen, dennoch sollte der Hautarzt die betroffene Stelle regelmäßig kontrollieren. Sind mehrer Kriterien erfüllt, dann ist das ein Anzeichen für das Risiko an Hautkrebs zu erkranken und der Facharzt sollte dringend aufgesucht werden.

Der ABCD-Check
A - Asymetrie. Ist der Fleck nicht mehr regelmäßig in seiner Form – also gleichmäßig rund oder oval, sondern asymmetrisch?
B - Begrenzung. Ist die Begrenzung vom Fleck zur normalen Haut hin unregelmäßig, verwaschen, ausgefranst?
C - Colour. Hat der Fleck verschiedene Farbtöne statt des normalen gleichmäßigen Brauntons
D - Durchmesser. Ist der Fleck größer als fünf Millimeter?

Welche Muttermale sollten entfernt werden?
-Angeborene Muttermale, die eine bestimmte Größe überschreiten.

-Erworbene Muttermale, wenn ein Verdacht auf bevorstehende Umwandlung in ein Melanom besteht und solche, die häufig mechanischen Irritationen ausgesetzt sind (Fußsohlen, Hosenbund, BH).

-Alle atypischen Muttermale.


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