18. Oktober 2009 21:37

Halbe Million Dosen 

Jetzt kommt die Schweinegrippe-Impfung

"Baxter" beginnt mit der Auslieferung des Schweinegrippe-Impfstoffes für die Österreicher.

Jetzt kommt die Schweinegrippe-Impfung
© APA

Von den beiden Standorten des Pharma-Riesen Baxter in Orth/Donau und Wien wird morgen ein erster Teil von 500.000 Dosen des Mittels Celvapan an die Bundesländer ausgeliefert. Damit soll gewährleistet werden, dass ab Dienstag nächster Woche (27. Oktober) mit der freiwilligen Impfung des Gesundheitspersonals begonnen werden kann.

Lieferung in 10er-Packung
In Flaschen mit je zehn Impf-Dosen wird der Grippeschutz (inklusive der benötigten Spritzen) in jedem Bundesland an eine Stelle geliefert. Es handelt sich dabei um Gesundheitsämter oder Außenstellen der Gebietskrankenkassen.

Die gelieferte Menge hängt vom Bevölkerungsanteil ab. Diese erste Lieferung von 500.000 Dosen würde für 250.000 Menschen reichen, da die Immunisierung aus zwei Teilimpfungen besteht. Für die Bevölkerung fällt der Startschuss zur freiwilligen Impfung erst am 9. November. Ab diesem Zeitpunkt können sich die „Risikogruppen“ in den jeweiligen Impfzentren ihres Bundeslandes gegen H1N1 immunisieren lassen.

Kein Streit wie in Berlin
Ein Streit um den Impfstoff wie in Deutschland ist hierzulande auszuschließen. Wie berichtet hat die Regierung in Berlin für die breite Masse und die Regierung zwei verschiedene Impfstoffe gekauft. Das „sanftere“ Mittel kommt ohne künstliche Wirkungsverstärker aus. Mehr Erreger erzeugen dabei im Körper mehr H1N1-Abwehrstoffe.

Bei dem Mittel, das in Deutschland nur für Politiker bestellt wurde, handelt es sich um Celvapan – also um genau jenen Stoff, der ohne Ausnahme für alle Österreicher bestellt wurde.

Keine Spritze für Stöger. SPÖ-Gesundheitsminister Alois Stöger lässt diese gute Nachricht allerdings kalt. Er persönlich wird sich den Grippeschutz nicht spritzen lassen. „Der Minister ist nicht in der Risikogruppe“, so sein Sprecher.

Alle Antworten zur H1N1-Impfung

Kann ich mich jetzt sofort impfen lassen?
Die Impfungen starten am 27. Oktober nur für die Mitarbeiter des Gesundheitsbereichs: Ärzte, Schwestern, aber auch alle Angestellten im Spital, z. B. den Hausmeister. Weiters Apotheker und Ordinationshilfen, Angehörige der Rettungsorganisationen.

Werden Risikogruppen sofort geimpft?
Sie kommen erst am 9. November dran. Dazu zählen Menschen mit chronischen Krankheiten, Schwangere.

Kann ich mich auch ab 9. Nov. impfen lassen?
Grundsätzlich gilt: Alle Bürger, die sich Sorgen um ihre Gesundheit machen, bekommen auf Wunsch die Impfung. Solange die Impfdosen verfügbar sind (Risikogruppen werden bevorzugt).

Kann ich Kinder impfen?
Der Impfstoff ist für Kinder ab dem 6. Lebensmonat zugelassen.

Ersetzt die Impfung gegen H1N1 eine Immunisierung gegen normale Influenza?
Nein. Bei der saisonalen Grippe handelt es sich um ein anderes Virus. Beide Impfungen machen zu lassen, ist laut Ärzten nicht bedenklich.

Kann bei einer Pandemie jeder Österreicher geimpft werden?
Bis Jahresende könnte Produzent Baxter den Impfstoff für eine Million Österreicher (also zwei Millionen Dosen für zwei Teilimpfungen) liefern. Es gibt eine Kaufoption auf insgesamt 16 Millionen Impfdosen, also für alle acht Millionen Staatsbürger.

Kann ich mich bei meinem Arzt impfen lassen?
Der Impfstoff wird nicht an Apotheken und einzelne Ärzte geliefert. Wer sich impfen lassen will, muss eines der Impfzentren in den Bundesländern aufsuchen. Hintergrund: „Celvapan“ wird in Flaschen zu je zehn Impfdosen geliefert. Sobald eine der Flaschen geöffnet wird, ist der Impfstoff nur noch drei Stunden lang haltbar.

Deshalb findet die Impfung in den Zentren statt, wo sich viele Menschen einfinden.

Muss ich für die Impfung etwas bezahlen?
Den Impfstoff bezahlt zwar die Krankenkasse, es fallen aber die Rezeptgebühren an. Diese kostet pro gekaufter Packung 4,90 Euro. Da zwei Impfungen nötig sind, kostet der Schutz gegen die Schweinegrippe insgesamt 9,80 Euro.

Sind bei einer Impfung Nebenwirkungen möglich?
Leichte Rötungen oder Müdigkeit sind nach Impfungen immer möglich. Bei den bisherigen Tests mit „Celvapan“ sind keine schwerwiegenden Probleme aufgetreten.

Ist die Impfung für alle verpflichtend?
Die Impfung ist freiwillig. Nicht einmal der Gesundheitsminister lässt sich impfen.


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