23. Jänner 2009 10:10

Studie zeigt 

Kinderfüße sind breiter geworden

Branche passt Schuhmaße an. Schuhgröße kann bei Gleichaltrigen stark variieren. Plus: Die besten Tipps für den Kinderschuhkauf.

Kinderfüße sind breiter geworden
© sxc
Kinderfüße sind breiter geworden
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Die Füße von Kindern sind einer Studie zufolge in den vergangenen Jahren breiter geworden. Das liege aber nicht unbedingt an der steigenden Anzahl übergewichtiger Kinder, erklärte das Deutsche Schuhinstitut bei der Vorlage seines ersten Kinderfuß-Reports. Für die allgemeine Verbreiterung habe die Vermessung der Füße von insgesamt 10.773 Kindern und Jugendlichen keine Erklärung geliefert.

Schuhe werden angepasst
Nur bei jüngeren oder stark übergewichtigen, also fettsüchtigen, Kindern lasse sich ein Zusammenhang zwischen Gewicht und Fußform herstellen. Die Branche habe ihr Weiten-Maß-System für Kinderschuhe aber entsprechend angepasst.

Erhebliche Unterschiede
Der Studie zufolge können Kinderfüße innerhalb einer Altersstufe erhebliche Unterschiede aufweisen. Neben der unterschiedlichen Körpergröße könne zum Beispiel bei Sechsjährigen auch die Schuhgröße stark variieren - zwischen 25 und 34. Der Durchschnitt bei der Einschulung liege bei Größe 30. Zehnjährige Mädchen trügen dann meist Schuhgröße 35, gleichaltrige Buben eine Nummer größer. Tendenziell seien die Füße der Buben größer und breiter. Regionale Unterschiede oder solche zwischen Großstadt- und Dorfkindern ergab die Studie nicht.

Zu große Schuhe schlecht
Auffällig war laut Schuhinstitut aber, dass zwei von fünf der untersuchten Kinder zu große Schuhe getragen hätten. Offenbar in der Hoffnung auf einen Spareffekt kauften viele Eltern das Schuhwerk für ihren Nachwuchs um bis zu drei Nummern zu groß, erklärte der Studienleiter und Orthopäde Frank Mayer vom Institut für Sportmedizin der Universität Potsdam. Allerdings könnten zu große wie auch zu kleine Schuhe die noch formbaren Kinderfüße schädigen und teils schmerzhafte Beschwerden im Erwachsenenalter befördern. Mayer nannte Zehenfehlstellungen oder Nagelbettentzündungen, aber auch Hüft- oder Rückenprobleme.

Die besten Tipps:
- In den meisten Schuhgeschäften wird bislang nur die Länge der Kinderfüße gemessen. Da die Schuhgrößen aber selten korrekt sind, genügt das nicht. Bestehen Sie deshalb darauf, dass die Füße und die Innenlänge der Schuhe gemessen werden.

- Papp-Schablone: Fußumriss auf einen Karton zeichnen und an der längsten Zehe mindestens 12 mm (für neue Schuhe 17 mm - dann passen die Schuhe ca. 5 Monate) hinzufügen. Schablone ausschneiden (2-Finger breiten Streifen). Passt der Streifen in den Schuh, dann ist der Schuh lang genug.

- Einlagesohle: Falls die Einlagesohle des Kinderschuhes herausnehmbar ist: Kind draufstellen und bei der längsten Zehe einen Strich mit Kuli machen. Von der Markierung bis zur Spitze der Einlagesohle muss mindestens ein Spielraum von 12 mm sein. Tipp: Unsere Untersuchungen zeigen, dass Einlagesohlen häufig nicht dieselbe Länge wie die Schuhe haben. Deshalb: Überprüfen Sie, bevor Sie die Einlagesohle aus dem Schuh nehmen, ob sie sich hin und her schieben lässt (Einlagesohle zu kurz) oder ob sie sich in der Schuhspitze aufrollt (Einlagesohle zu lang).

Foto: (c) sxc


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