29. Juni 2010 09:00

Reduktion 

Verzicht auf Fleisch schützt Klima

Bis zu 84 Prozent weniger Treibhausgase in Landwirtschaft.

Verzicht auf Fleisch schützt Klima
© apa

Eine Reduktion des Fleisch- und Milchkonsums auf knapp ein Drittel der bisherigen Mengen könnte den weltweiten Ausstoß gefährlicher Treibhausgase erheblich vermindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Demnach entstehen die Treibhausgase Methan und Lachgas vor allem bei der Herstellung von Viehfutter durch das Ausbringen von synthetischem Dünger, wie das Institut am Montag mitteilte. Lachgas sei etwa 300 Mal und Methan etwa 20 Mal wirksamer als das Treibhausgas Kohlendioxid.

Vermindern
Fleisch und Milch machen weltweit rund ein Drittel des globalen Proteinkonsums aus. Für ihre Produktion werden laut PIK deshalb sehr viele Futtermittel und damit auch viel synthetisch hergestellter Dünger eingesetzt. Würden nun der weltweite Konsum von Fleisch- und Milchprodukten zwischen 2015 und 2055 alle zehn Jahre jeweils um ein Viertel vermindert und die Produktionsmethoden umgestellt, könnten die Emissionen bis 2055 um 84 Prozent vermindert werden.

Die Wissenschafter sind sich allerdings bewusst, dass viele Menschen in Entwicklungsländern, an Proteinunterversorgung leiden und ihren Konsum nicht weiter einschränken können. Im Gegensatz dazu hätte "eine weniger fleischhaltige Ernährung in Industrienationen positive Gesundheitseffekte", merkten die Autoren an. Die Ergebnisse der Studie wurden laut PKI vor kurzem im Fachmagazin "Global Environmental Change" veröffentlicht.


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |