21. September 2009 07:41

Allergiker 

Klimawandel verlängert Leidenszeit

Studie zeigt: Mehr Pollen, längere Pollensaison, neue Allergiepflanzen.

Klimawandel verlängert Leidenszeit
© Getty Images

Rinn-Nasen von den frühesten Frühlingstagen bis in den Herbst hinein: Beobachtungen zeigen laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, dass der Blühbeginn vieler Allergiepflanzen wie beispielsweise der Birke (Betula spp.) und des Wacholders (Juniperus spp.) früher stattfindet, die Blühperiode länger dauert, die Spitzenwerte höher sind und die Pollenproduktion größer ist.

Klimawandel schuld
Dahinter steckt offenbar der Klimawandel. Die AGES am Freitag in einer Aussendung: "Experimentelle Untersuchungen wiederum zeigen, dass aufgrund höherer CO2-Gehalte in der Luft und höherer Temperaturen stark allergene Pflanzen wie die Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia; Beifuß) schneller wachsen und auch mehr Pollen produzieren. Dieser Trend wird sich als Folge des Klimawandels fortsetzen, die Pollensaison und damit die Belastungszeit für Allergiker werden dadurch noch länger dauern." Letztlich unbeantwortet - trotz einiger Hinweise - sei die Frage, ob höhere Temperaturen und CO2-Gehalte den Allergengehalt beeinflussen.

Ambrosia-Pollen
Die zurzeit beobachtete Zunahme von Ambrosia-Pollen in Österreich und den südosteuropäischen Ländern ist hauptsächlich auf ihre stärkere Verbreitung in den vergangenen Jahren zurückzuführen. Diese Ausbreitung scheine wiederum mit den milden Herbst- und hohen Sommertemperaturen im Zusammenhang zu stehen. Durch die Erwärmung werden aber auch andere Pflanzen mit großem Allergiepotenzial, insbesondere aus dem Südosten und dem mediterranen Raum, in ihrer Ausbreitung begünstigt. Dazu gehören beispielsweise Arten der Gattung Artemisia (u. a. der Einjährige Beifuß) oder das Glaskraut (Parietaria judaica). Letzteres ist der wichtigste Auslöser von Pollenallergien, insbesondere in den Ländern Spanien, Frankreich, Italien und Kroatien.

Dort findet man die Pflanze überall, im Straßenpflaster und auf Schuttplätzen, an Steinmauern bis in schwindelnde Höhen auf fast allen alten Gebäuden. In Österreich wurde die Art bisher nur vereinzelt in Wien, in der Steiermark und in Oberösterreich nachgewiesen. Doch ihre Vorkommen häufen sich bereits am Südalpenrand und in der südlich angrenzenden Poebene sowie in den warmen Regionen der Oberrheinebene Süddeutschlands. Günstig wäre es, wenn man bei Begrünungsmaßnahmen auf die Anpflanzung stark allergener Pflanzen und (Zier-)Gehölze (wie u. a. aus der Familie der Zypressengewächse) am besten überhaupt verzichte.


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