17. September 2009 11:29

Studie 

Kombinationstherapie gegen Alkoholsucht

Gute Behandlungserfolge mit Entgiftung und Psychotherapie.

Kombinationstherapie gegen Alkoholsucht
© sxc

Drei von vier Trinkern können mit einer Kombination aus Medikamenten, Verhaltenstherapie und ärztlicher Betreuung ihre Alkoholsucht in den Griff bekommen.

Eine Kombination von herkömmlicher Entgiftung und psychotherapeutischer Behandlung zeigt bei der Alkoholabhängigkeit einen signifikant höheren Erfolg als herkömmliche Therapien. Was beim Alkoholentzug sehr problematisch ist, ist die hohe Rückfallsquote von bis zu 80 Prozent. Wo die Ursachen hierfür liegen und wie durch die Kombinationsbehandlung Abhilfe geschaffen werden kann, stellt eine aktuelle Untersuchung in der Springer-Zeitschrift "Der Nervenarzt" vor.

Selbsthilfegruppen
"In der Zwischenzeit ist die Kombinationstherapie - die sogenannte Qualifizierte Entzugsbehandlung (QE) - ein Standard geworden", meint Studienautor Karl Mann von der Klinik für Abhängiges Verhalten in Mannheim am Zentralinstitut für seelische Gesundheit im pressetext-Interview. Jährlich werden rund 600 Patienten nach dieser Methode behandelt. Die QE setzt sich aus einer zwei- bis dreiwöchigen stationären Therapiephase mit Einzel- und Gruppengesprächen und einem einjährigen ambulanten Anschlußprogramm in Form einer Selbsthilfegruppe zusammen. Bereits unmittelbar nach Abklingen der gröbsten körperlichen Entzugssymptomatik beginnen die Therapien. "Die Idee dieser Therapie fußt auf einer Krankheitseinsicht des Betroffenen. Ein zusätzlicher positiver Faktor ist die leichtere Orientierung des Patienten an seinen Mitpatienten", so Mann. Dabei könne er sehen, dass es auch andere Menschen gibt, die Ähnliches durchgemacht haben. "Schon während des stationären Aufenthalts präsentieren sich in Wochenabständen verschiedene Selbsthilfegruppen, aus denn der Betroffene schließlich jene wählt, die ihm persönlich am meisten zusagt", erklärt der Mediziner.

Erfolgsquote
Die Erfolgsquote der Kombinationtherapie liegt nach einem halben Jahr zwischen 50 und 60 Prozent. "Der Rest der Patienten wird danach mindestens einmal rückfällig. Dennoch liegt die Erfolgsquote nach mehreren Jahren immer noch bei 30 bis 40 Prozent", so Mann. Zudem nehmen Patienten, die nach der Kombinationstherapie behandelt wurden, wesentlich häufiger Nachfolgeangebote in Anspruch.


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